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06.09.2016

VLK-NRW

Kölner Erklärung – Positionspapier für eine lebendige und lokale Kultur in NRW!

Kunst und Kultur sind ein wichtiger und wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Für eine vielfältige Kulturlandschaft sind Freiheiten und Förderungen unabdingbar.
Kulturelle Teilhabe kann den Einzelnen unabhängig von Herkunft und Bildung stärken und Perspektiven für eine selbstbewusste und eigeninitiative Lebensführung öffnen. In den Städten und den Kreisen sind viele Künstler und Kulturstätten wie kommunal und ehrenamtlich getragene Museen, Theater und Konzerthäuser, Galerien, Ateliers, Musikschulen und manches mehr zuhause.

- Im Bereich Kunst und Kultur stehen vielen Möglichkeiten Bürokratie und ideologische Vorgaben im Weg. Aber nur durch einen unterstützenden Staat kann eine vielfältige Kulturlandschaft entstehen. Ein erster Schritt bei der Vereinfachung für Kunstschaffende ist eine Befreiung des Kulturfördergesetzes NRW von bürokratischen Hürden und eine zweckfreie Förderung.

- Kunst und Kultur leben in erster Linie von privatem Engagement und individueller Kreativität, benötigen aber ebenso eine solide öffentliche Förderung, weil sich gerade das Neue und Außergewöhnliche oft jenseits der selbst tragenden Vermarktung findet. Eine Sicherung der Basisstruktur an kulturellen Einrichtungen und Teilhabe Möglichkeiten ist eine kommunale Aufgabe. Für diese flächendeckende Sicherung kann das Land durch eine Erhöhung der Haushaltsmittel für Kultur finanzielle Grundlagen gewährleisten.

- Die Kulturszene in den Städten und Gemeinden aber auch die regionale Kulturszene warten dringend darauf, dass die Fördermittelbeantragung entbürokratisiert und auch entideologisiert wird. Die Antragsverfahren bei der Bezirksregierung sind für viele freie Kulturinitiativen nicht leistbar. Die liberalen Kommunalpolitiker wollen dies ändern und den oft nebenamtlich arbeitenden Akteuren die Arbeit erleichtern.

- Die VLK NRW setzt sich außerdem dafür ein, dass der im Gemischtwarenministerium (Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport) versteckte Kulturbereich wieder herausgelöst wird und seinen ihm zughörigen Stellenwert wieder erhält. Nicht nur der Kulturrat NRW sieht mit Wehmut auf die Zeit der letzten schwarz-gelben Landesregierung zurück. Dort war in der Staatskanzlei ein ausschließlich für die Kultur zuständiger Staatssekretär tätig. Dies ist für die VLK NRW ein erstrebenswertes Ziel im Interesse von Kunst und Kultur in NRW.

- Die Landschaftsverbände als kompetente Träger von Museen sollten eine koordinierende Rolle in der Zusammenarbeit bei der Deponierung von Sammlungsbeständen kommunaler Museen einnehmen. Ferner können und wollen kleine Museen mehr als nur ihre Dauerausstellungen anbieten. Die Wanderausstellungen der Landschaftsverbände können so mehr Menschen in die Museen locken.

- Die Landschaftsverbände nehmen eine nicht zu ersetzende Rolle bei der Pflege und Präsentation der wertvollen Industriekultur wahr. Allerdings muss schon allein aus finanzieller Sicht, einer weiteren Musealisierung mit Realitätssinn, Kostenwahrheit und wirtschaftlicher Sensibilität begegnet werden.

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