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11.08.2017

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

Neubebauung der Blöcke zwischen Am Hof und Laurenzplatz

Die FDP-Fraktion hat vor, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses setzen zu lassen.

Der Stadtentwicklungsausschuss möge beschließen:

Der Stadtentwicklungsausschuss begrüßt den Eigentümerwechsel der Blocks zwischen Am Hof, Unter Goldschmied, Laurenzplatz, Marspfortengasse und Sporergasse an die Gerchgroup. Die Stadtverwaltung wird aufgefordert, die enge Abstimmung mit dem Investor fortzusetzen, um hier ein gemischtes und urbanes Quartier zu schaffen, das einen würdigen Eingang für die Via Culturalis bildet und den Hinterhofcharakter östlich der Hohe Straße beseitigt.

Die Stadtverwaltung wird aufgefordert, den neuen Eigentümer ggf. zu unterstützen, um die beiden im nördlichen Block noch fehlenden Grundstücke Dritter zu erwerben und in das Projekt zu integrieren, um eine angemessene Gesamtlösung zu schaffen. Die Stadt Köln erklärt ggf. ihre Bereitschaft, das Objekt ihres Kundenzentrums Innenstadt in die Neubebauung einzubringen, sollte sich das Projekt in ihrem Sinne entwickeln.

Die Stadt Köln erwartet vom Investor für jeden Block ein entsprechendes Nutzungskonzept. In diesem Rahmen ist zu prüfen, inwieweit in einem der Blöcke eine moderne Markthalle mit kleinen Lebensmittel- und Gastronomieständen in Form eines überdachten täglichen Wochenmarktes mit überregionalen und regionalen Produkten zu realisieren ist.

Es sind ein bis zwei Architekturwettbewerbe, an denen die stimmberechtigten Fraktionen im Stadtentwicklungsausschuss und die Bezirksvertretung Innenstadt zu beteiligen sind, und eine breite Beteiligung der Bürgerschaft durchzuführen.

Im Rahmen der Neubebauung wird eine Überbauung der Großen Budengasse abgelehnt. Auskragungen wie am bisherigen Parkhaus Unter Goldschmied sind zu vermeiden. Vielmehr ist die Fluchtlinie einzuhalten und der ungehinderte Blick auf die Südseite des Domes freizugeben. Der Laurenzplatz und der Karl-Küpper-Platz sind in ihrer jetzigen Größe zu erhalten. Für die denkmalgeschützte Arkade am heutigen Senatshotel ist eine zeitgemäße Neuinterpretation des Motivs zu finden, die den Angstraum beseitigt.

Parallel soll auf die Eigentümer der Parzellen jenseits der Marspforten- und der Sporergasse zugegangen werden, um Maßnahmen zu initiieren, diesen Bereich zusätzlich aufzuwerten und ein adäquates Vis-à-Vis für die neue Bebauung zu bilden.

Begründung:

Das geplante Projekt ist wahrscheinlich die größte Neubebauung bereits genutzter Blöcke in der Altstadt seit dem Zweiten Weltkrieg. Da es sich in Sichtweite der Welterbestätte Kölner Dom und des Rathauses befindet, bedarf es besonderer Sorgfalt was Nutzung, Planungskultur, Städtebau, Architektur und Bauausführung betrifft. Man darf optimistisch sein, dass dem bereits in Köln engagierten Investor dies bewusst ist und er die in ihn gesetzten Hoffnungen und oben genannten Erwartungen erfüllt.

Was die künftige Nutzung angeht, so hat die Stadtverwaltung mit Recht früheren Ansinnen widersprochen, hier ein Einkaufszentrum zu errichten. Trotzdem wünscht man sich im Erdgeschoss hochwertige Einzelhandelsnutzungen, die den Bereich beleben und aufwerten.

Auf zahlreichen Reisen genießen und bewundern die Kölnerinnen und Kölner moderne Markthallen zur Deckung des täglichen Bedarfs und zum Verzehr der angebotenen Lebensmittel am jeweiligen Verkaufsstand. Während dies in deutschen Städten wie München und Stuttgart sowie zahllosen ausländischen Städten (anbei Beispiele aus Rotterdam, Barcelona und Lancaster) funktioniert, sind entsprechende Vorhaben in Köln bisher am geeigneten Standort gescheitert. Ein insoweit geeigneter Standort könnte mit diesen Blöcken gefunden sein.

In diesem Sinne bitten wir, unserem Antrag zuzustimmen.

Mit freundlichen Grüßen


Ralph Sterck – Vorsitzender

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