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04.03.2017

FDP-Kreisverband Köln

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"Wir, der Müll und die Stadt"

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„…oder so“ – Die Kolumne von Maren Friedlaender
2017 wird ein anstrengendes Jahr. Ja, auch wegen Europa und der Türkei, die plötzlich ihre Sympathie für Demokratie entdeckt, leider nicht im eigenen Land. Und dann die vielen Wahlen und natürlich auch wegen Donald Trump. Obwohl Trump laut „Welt“ gerade die präsidentschafteste Rede seiner Amtszeit gehalten hat.

Noch viel präsidentschafter als der amerikanische Präsident ist ja unser Martin Schulz. Am Aschermittwoch hat er seine kanzlerkandidatenschafteste Rede vorgetragen. Am Morgen nach der Bundestagswahl, sagte Schulz, da würden wir uns in Deutschland aber was wundern, da wachen wir auf und dann sei der Maddin Kanzler. Woher er das weiß? Keine Ahnung. Ich dachte immer, wir Bürger würden den nächsten Kanzler bestimmen, also wählen. Nun gut, vielleicht hat Sankt Martin einen besonderen Draht nach oben. Übrigens: Auf die kanzlerschafteste Rede von Frau Merkel warte ich noch.

Das alles nur nebenbei: Wir schaffen das schon. Für uns Kölner wird 2017 aus ganz anderen Gründen stressig. 2017 wird das Müllchaosjahr. Das habe ich in dieser Woche begriffen. Wegen Rosenmontag – Feiertag! Mit den Abfuhrzeiten ging wieder alles durcheinander: vorverlegt, nachverlegt oder wie? Keine Panik, steht alles im Abfallkalender, dachte ich: das Heftchen, das uns die netten Männer in Orange schon im Dezember bringen, damit wir uns über die Weihnachtstage in Ruhe auf das nächste Mülljahr vorbereiten können.

Also: blaue Papier- und gelbe Werkstofftonne, braune Biotonne – vierzehntägig donnerstags; graue Restmülltonne, wöchentlich freitags – geht doch! Wenn da nicht die Feiertage wären. Mit dem Kalender 2016 hatte ich mich gerade angefreundet: Es passierte mir nur noch einmal im Monat, dass ich morgens im Pyjama panisch die richtige Tonne auf die Straße rollen musste. Wem der Pyjamaauftritt peinlich ist, dem rate ich: Abfallkalender unbedingt auswendig lernen!

Aber ach, wenn sie bei der AWB doch nur mal das System beibehielten. Dieses Jahr nun alles wieder anders. Ob sie McKinsey drangesetzt haben oder Boston Consulting? Für ein paar Millionen Euro erfinden die glatt ein ganz neues, garantiert unverständliches Abfallkalendersystem. Dafür gibt es dann Bürger-Seminare: „Müllentsorgen leicht gemacht“. Das nennt man Folgekosten. Zehn Doppelstunden à 30 Euro – so kommen Sie entspannt durchs Mülljahr. Wie die AWB ihr System wohl syrischen Flüchtlingen erklärt? Oder gibt es für die betreutes Müllentsorgen?

Wenn Sie, liebe Bürger*innen, noch Fragen haben, wenden Sie sich vertrauensvoll an die Oberbürgermeisterin. Im Vorwort des Kalenders ermahnt sie uns Kölner, immer alles richtig zu entsorgen, damit wir uns bei den auswärtigen Gästen sehen lassen können. Ob die mich im Pyjama…? Wär das peinlich! Da Frau Reker jetzt sowieso 10 Millionen für eine Verwaltungsreform locker macht, kann sie die engagierten Fachleute doch gleich mal über den Müllkalender schauen lassen – 2018 muss Schluss sein mit der Pyjama-Nummer. Die Nachbarn reden schon oder so...

Maren Friedlaender

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