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01.04.2017

FDP-Kreisverband Köln

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"Auf dem Mainstream-Dampfer"

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„…oder so“ – Die Kolumne von Maren Friedlaender
Das vorab: Ich mag die AfD nicht. Mein Kreuzchen kriegen die nie. Ich kenne Wähler der AfD. Das sind ganz normale Menschen, mit denen man diskutieren kann. Mit anderen ist es so schwierig wie mit Jürgen Trittin oder Sahra Wagenknecht. Die AfD ist in vielen Landesparlamenten. Das gefällt mir nicht, aber sie wurde gewählt. Ich muss die Partei nicht mögen, aber mit den Wähler muss man sich wohl auseinandersetzen. Sie sind ja nicht vom Himmel gefallen, sondern leben schon lange unter uns und auf einmal wählen sie AfD.

Jetzt also Bierdeckel gegen die Rechten. 200.000 Bierdeckel. Ob das reicht, wenn 400 Kneipen mitmachen? 500 Deckel pro Kneipe mit dem Aufdruck: „Kein Kölsch für Nazis. Kein Raum für Rassismus. Kölner Kneipen und Kulturschaffende gegen Rassismus und Rechtspopulismus.“ Gestern Kerzen, Menschenketten, „Arsch hu“ gegen rechts und „Kölner Erklärung“ - jetzt die Bierdeckel. Der WDR-Zwischenruf jubelt Beifall. Demokratischen Widerstand nennt es die Autorin. Mit einem Anti-AfD-Bierdeckel unter der Kölsch-Stange trinkt es sich mit gutem Gewissen.

Im „Zwischenruf“ wird der Bierdeckel zur Zivilcourage stilisiert. Zivilcourage? Wer in China, der Türkei oder Russland die Klappe aufmacht, der hat Zivilcourage. Die Bierdeckel-Stammtisch-Oppositionellen schwimmen auf einem kommoden Dampfer den Mainstream runter. Mir kommt es etwas billig vor, das mit den Bierdeckeln. Toller PR-Gag. Trinken gegen rechts. Alle sind dafür und „die“ Kulturschaffenden spielen dazu auf.

Die richtig krachende Auseinandersetzung und politische Diskussion mit und über die AfD vermisse ich. Wo findet sie statt? Habe ich da etwas verpasst? Ausgrenzung der Wähler, Etikettierung und Wegtrinken wird das Phänomen nicht beseitigen. Sie werden zu Parias stilisiert und jeder trübe Trinker wird durch den leeren Boden seines Glases in roter Schrift auf beigem Bierdeckel angemahnt. Große Zivilcourage! Geht es eine Nummer kleiner? Ist jeder effekthaschende Unsinn nach dem Motto “Zeichen setzen” sofort beklatschenswert. Unsinn, ja, denn Agitprop und Wohlfühlgesten bringen uns nicht weiter, sondern führen zu Verhärtungen und zum Reihen schließen bei den Adressaten.

Messerscharfe Analyse, Argumentation und Diskussion helfen eher. Die Partei ernst nehmen, weil sie ein ernstes und bedrohliches Phänomen ist. Politik für die Mitte machen, die sich seit Jahren übertölpelt fühlt. In einer Zeit, wo viele sofort „Charlie“ sind, eine Kerze halten, eine Menschenkette formen und dabei über sich selbst und ihr Gutsein gerührt sind, da kommt mir das Trinken gegen Rassismus peinlich vor. Welchen AfD-Wähler hält das ab?

Ach, fast hätte ich's vergessen. Die von Linksautonomen angezündeten Polizeiwagen in Hamburg in dieser Woche, acht an der Zahl, die finden nicht so ein mediales Echo wie die Bierdeckel-Aktion. Verdienen die brennenden Autos nicht auch einen „Zwischenruf“ genauso wie die rechte Gewalt. Bitte mit beiden Augen sehen. Wie wär‘s mit Ratsherrn-Pils gegen Linksextremisten oder Holsten gegen Holzköpfe oder so…

Maren Friedlaender

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