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13.09.2017

Rheinische Post

Pressemeldung

Wupsi testet Wasserstoffbus

Dr. Rolf Albach
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Dr. Rolf Albach
Albach: Wünschen uns emissionsarmen und leisen ÖPNV
Nach dem Dieselskandal nimmt die Diskussion um alternative Antriebe Fahrt auf. Neben Elektro wird vor allem Wasserstoff vermehrt genannt. Die Wupsi prüft deswegen jetzt beide Möglichkeiten.

Dr. Rolf Albach ist promovierter Chemiker und arbeitet in einer Forschungsabteilung von Covestro an der Weiterentwicklung von Schaumstoffen. Als Wissenschaftler, aber auch als Politiker kann der Leverkusener FDP-Bundestagskandidat nicht nachvollziehen, warum gerade bei dem großen Thema Antriebsenergien mögliche Chancen, die uns die Chemieindustrie bietet, in Leverkusen ungenutzt bleiben.

Damit ist Albach beim Thema Wasserstoff. "Davon haben wir hier doch reichlich", sagt der Covestro-Manager. Der Chemiestoff, der in großen Leitungen in und aus dem Chempark fließt, könnte abgezapft und als Wasserstofftankstelle für Busse genutzt werden. Eine Tankfüllung, so Albach, könnte für 500 Kilometer reichen.

Fachlich korrekt heißen die Wasserstofffahrzeuge Brennstoffzellen-Hybridfahrzeuge. In der Brennstoffzelle reagiert gasförmiger Wasserstoff (H2) mit Sauerstoff (O) aus der Umgebungsluft zu Wasser. Bei diesem Vorgang wird Strom erzeugt, der wiederum als Antrieb für den Elektromotor zur Verfügung gestellt wird. Auch beim Bremsen erzeugte Energie wird gespeichert und steht dem elektrischen Antrieb zur Verfügung. Die Fahrzeuge sind also vollkommen schadstofffrei unterwegs und stoßen statt "Abgas" lediglich Wasserdampf aus.

"Wasserstoff ist der Kraftstoff der Zukunft: Er belastet die Umwelt nicht mit Kohlendioxiden (CO2) sowie Rußpartikeln und ist im Prinzip grenzenlos verfügbar, da er unter anderem aus Wasser erzeugt wird", heißt es auf der Homepage der Regionalverkehr Köln GmbH. "Auch alle weiteren Emissionen werden gegenüber konventionellen Dieselbussen um 99 Prozent reduziert. Die Fahrzeuge unterschreiten somit bereits heute alle festgelegten zukünftigen EU-Abgasgrenzwerte."

Die Verkehrsgesellschaft, die unter andere auch den Rheinisch-Bergischen Kreis bedient, betreibt Testläufe mit Wasserstoffbussen bereits seit 2011 in vielen Projekten, unter anderem in Hürth bei Köln und in Wermelskirchen. Das langfristige Ziel: Konventionelle Verbrennungsmotoren sollen gänzlich aus der Unternehmensflotte verschwinden. "Wir gönnen Wermelskirchen solchen emissionsarmen und leisen ÖPNV", sagt Albach, "und wünschen uns das Gleiche auch für Leverkusen."

Dass solche Zukunftsprojekte zuschusswürdig sein können, zeigt das EU-Projekt "Jive", für das die Union 32 Millionen Euro in 144 emissionsfreie Wasserstoffbusse auf fünf Mitgliedsländer verteilte. Begünstigt wurden unter anderem Wermelskirchen und Wuppertal. Albach: "Der Verein HyCologne ist Träger der regionalen Beteiligung an EU-Projekten zu Wasserstoffbussen. Die Stadt Köln ist Mitglied bei HyCologne, der Chempark war es einmal."

Die Wupsi zeigt Interesse: "Wir prüfen mit Hilfe eines Gutachters verschiedene Möglichkeiten alternativer Antriebe, darunter Wasserstoffbusse, aber auch Elektroantriebe", sagt Wupsi-Sprecherin Kristin Menzel. "Erste Ergebnisse erwarten wir im Herbst."

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