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09.09.2017

FDP-Kreisverband Köln

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"Der Wahlomator"

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„…oder so“ – Die Kolumne von Maren Friedlaender
Neulich am Wahlstand sagte ein Mann, er sei noch nicht entschlossen. Da sind sie bei mir richtig, erklärte ich und hielt ihm den Flyer mit dem weißen Hemd und zur Bestechung einen Einkaufschip unter die Nase. Er schwanke noch, sagte der Herr. Wozwischen, wollte ich wissen. Linken und FDP. Ich war verblüfft, weil der Wahlbürger sonst ganz vernünftig aussah. Das ist ein weites Spektrum, merkte ich an. Ja, antwortete er, aber sie werden es nicht glauben, der Wahl-O-Mat hat mich bei der AfD eingeordnet. Ach was, sagte ich, wie einst Loriot.

Ich habe den Wahl-O-Maten bisher nicht ausprobiert. Mir war unwohl bei dem Gedanken. Wahlen sind ja geheim und wie man weiß, bleibt im Netz nichts geheim. Aber wenn es stimmt, dass tatsächlich ein Viertel der Wähler noch unentschlossen ist, kommt dem Wahl-O-Maten vielleicht eine echte Bedeutung zu, die ich kennen sollte.

Bei der wahlomatischen Erstbegegnung lernte ich, dass man mit den Aussagen der Parteien konfrontiert und je nach Antwort eingeordnet wird. Grundsätzlich finde ich viele Wahlaussagen der Parteien gut, besonders die, die mir mehr von irgendetwas versprechen: mehr Rente, mehr Kitas, mehr Löhne - klar bin ich dafür, immer her damit. Ich bin auch für die Befreiung der Frau, wenn man mir sagt, um welche es geht. Falls die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschland, kurz MLPD, allerdings die Frau an sich meint, frage ich mich, in welchem Jahrhundert oder welchem Land die Funktionäre dieser Partei leben.

Zurück zum Wahl-O-Mat: Von den meisten Fragen war ich irritiert, weil ich nur mit Zustimmung oder Ablehnung votieren konnte oder neutral. Ich bin aber überhaupt und gar nicht neutral. Die meisten Parteiaussagen erfordern allerdings komplexere Reaktionen. Insofern scheint mir der Wahl-O-Mat eher ein Schwachmat zu sein. Am Ende habe ich das Ding ziemlich verwirrt: Mal ordnete es mich ganz links, einmal sogar ganz rechts ein. Erinnert mich an einen einarmigen Banditen. Hebel ziehen – dreimal gemischtes Obst.

Auch ein bisschen grün fand der Wahlomat mich. Klar bin ich irgendwie grün. Wer ist schon für das Komplett-Schreddern der Umwelt. Ich bin auch gegen Massentierhaltung und esse deshalb höchstens alle zwei Wochen Fleisch; Hühner gar nicht, die führen bekanntlich ein kurzes und unglückliches Leben; Schweine sind vollkommen hormonisiert. Sowas will ich doch nicht in mir haben. Und Kartoffeln bitte nur aus Bodenhaltung. Wegen der Veggie-Nummer wurde ich bei einem Wahldurchgang bei den Grünen verortet. Auf jeden Fall verstehe ich nun, dass manche Leute unentschlossen sind und zwischen den Kandidaten herumeiern. Es gibt also noch viel zu tun am Wahlstand oder so...

Maren Friedlaender

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