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28.10.2017

FDP-Kreisverband Köln

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„Return to Sender“

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„…oder so“ – Die Kolumne von Maren Friedlaender
WDR 3 berichtete diese Woche ehrfurchtsvoll über die Rückgabe von Gebeinen des Dresdner Völkerkundemuseums. Das waren nicht Gebeine von irgendwelchen toten Sachsen, sondern von verstorbenen Hawaiianern. Deren Gebeine, schönes Wort, also die Gebeine seien um die 19. Jahrhundertwende gegen Glasperlen getauscht oder geraubt und nach Dresden verschleppt worden. Die Direktorin sagte mit gerührter Stimme: Sie seien nicht freiwillig nach Dresden gekommen, die Gebeine. Die Rückgabe sei „ein Weg der Heilung und Gerechtigkeit“. Die Delegation aus Hawaii war auch sehr bewegt.

In Dresden werden bald alle menschlichen Gebeine an die Länder und Völker zurückgegeben, aus denen sie stammen – so hört man. Anders die Berliner Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Sie bunkert unter anderem 1000 Schädel aus der Kolonie Deutsch-Ostafrika, will aber nur die restituieren, die von Hinrichtungsopfern aus der Kolonialzeit stammen. 1000 Schädel – wer braucht die denn? Die Keller der Museen sind voll. Es stapeln sich bei den Völkerkundlern nicht nur Schädel und Gebeine, da lagern Speerspitzen und Indianerzelte, Masken und Matten und in vielem die Motten, wie wir aus dem Rautenstrauch-Joest-Museum wissen. Apropos – wie halten wir Kölner es denn? Waschen wir die Hände in Unschuld oder geben wir zurück?

Die Sammelwut der Museen ist schon haltlos. Auch die Kunstmuseen sitzen auf gigantischen Bilderbeständen, die Keller sind voll, neue Lager werden angemietet, der Restaurierungstau gigantisch. Und jetzt läuft diese neue Sau durchs Dorf: Provenienzforschung. Den Ethnologen und Kunsthistorikern leuchten die Augen. Tausende von neuen Jobs. Die Stadtkämmerer stöhnen.

Es gibt viel zu tun. Was passiert mit den Dinosaurierknochen aus Afrika? Den Tieren im Kölner Zoo! Manche leben schon in zweiter oder dritter Generation hier, andere wurden gerade erst aus der Serengeti oder so eingeflogen. Freiwillig bestimmt nicht. Die Knochen der Heiligen Drei Könige? War doch auch Beute. Zurück ins Morgenland. Gebühr bezahlt Empfänger.

Wo fangen wir an? Bei der Restitution jüdischen Besitzes – gut so. Aber wo enden wir? Gehen wir 100 Jahre zurück, 200, gar 1000 oder bis zu Adam und Eva? Zwar sind im Laufe der Geschichte Grenzen verschwunden, verschoben, neu entstanden. Völker haben sich gemischt, getrennt, bekämpft. Aber irdendeinen Rechtsnachfolger finden die Wohlgesinnten in den Museen bestimmt.

Köln: Rautenstrauch, Ostasiatisches Museum, Römisch-Germanisches – alles „Return to Sender“? Wenn wir das Fass aufmachen, tauschen wir bald nur noch Gebeine. Da gibt’s demnächst viel Platz in unseren Museumspalästen. Was machen wir damit? Eventhallen für betreutes Feiern. Geht in Köln doch immer oder so…

Maren Friedlaender

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