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27.01.2018

FDP-Kreisverband Köln

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„Von Lagerfeuern, Gedöns und nervous Breakdowns“

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„…oder so“ – Die Kolumne von Maren Friedlaender
Diese Woche wurde Dagmar Berghoff 75 Jahre alt. Um Dagmar Berghoff zu kennen, muss man etwas älter sein und sich erinnern, wie Familien einst vor dem Fernseher zur Tagesschau zusammentrafen, sozusagen dem Lagerfeuer meiner Generation. Dagmar Berghoff war die erste Nachrichtensprecherin im deutschen Fernsehen. Das wurde sie 1976. Mei, war das ein Aufstand! Mein Vater behauptete allen Ernstes, dass Frauen sich nicht für Sachliches wie Nachrichten sprechen eigneten, weil – man höre – sie immer sowas Flirtiges in der Stimme hätten. Damit könne man ja nicht über Kriege oder Koalitionsverhandlungen berichten.

Zur Entschuldigung meines Vaters muss ich sagen: Erstens: Er war Jahrgang 1908 und zweitens: Mit seiner Meinung stand er nicht allein. Zur Einordnung: 1976 war ein alter Macho wie Helmut Schmidt Bundeskanzler. Es ist nicht verbürgt, was er zu Dagmar Berghoff meinte, aber ich denke, er stimmte meinem Vater zu. Das war alles lange vor Schröder und seinem Ministerium für Familie und Gedöns.

Es hat sich einiges getan seither, dank der Frauenbewegungen. Wir haben viele Nachrichtensprecherinnen kommen und gehen sehen und mittlerweile sogar eine Bundeskanzlerin, also kommen, nicht gehen sehen, wozu ich heute mal schweige.

Bewegungen haben es an sich, dass sie, erst einmal in Gang, nie Ruhe geben, selbst wenn alle ihre Forderungen bereits erfüllt wurden. Sie sind sozusagen politische Perpetuum Mobiles, im Plural eigentlich Perpetua mobilia, für die Lateiner unter uns. Das Beharren liegt hauptsächlich an den Verbänden, die sich mit Beiträgen der Mitglieder finanzieren, die Ergebnisse fordern. Klar - in Sachen Gleichberechtigung der Frauen gibt es immer zu tun, zum Beispiel gleiches Geld für gleiche Arbeit. Wenn Verbände aber gerade nicht mit Wichtigem beschäftigt sind, kümmern sie sich um jeden Dreck. So kommt es zu Merkwürdigkeiten wie dem Binnen-I oder dem Gendergap, dem manche Parteiprogramme ganze Seiten widmen.

Da Verbände mächtig sind, setzen sie allen möglichen Nonsens durch, mit dem wir uns dann herumschlagen, zum Beispiel mit Texten, die nicht mehr lesbar sind: Liebe Leser und Leserinnen, oder wie immer die politisch korrekte Schreibweise geht, ich finde es an der Zeit, dass wir Wähler_innen, diesem Nonsens ein Ende bereiten; wir sollten unseren Bundestags*abgeordneten ein Bürger_innen-Votum vorlegen, damit die GesetzgeberInnen reagieren, bevor die Gendergap-MissionarInnen uns zwingen den Gap auch noch sprachlich zu verwenden, was selbst die stets souveräne Dagmar Berghoff an den Rand des nervous Breakdowns brächte oder so ...

Maren Friedlaender

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