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12.12.2011

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

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Sittiche in Haltestelle Breslauer Platz

Videoübertragung vom Stammheimer Schlosspark (Foto: Worring, Kölner Stadt-Anzeiger)
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Videoübertragung vom Stammheimer Schlosspark (Foto: Worring, Kölner Stadt-Anzeiger)
Videoübertragung vom Stammheimer Schlosspark (Foto: Worring, Kölner Stadt-Anzeiger)
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Videoübertragung vom Stammheimer Schlosspark (Foto: Worring, Kölner Stadt-Anzeiger)
FDP-Initiative für Kunst in der U-Bahn wird umgesetzt

Die Arbeit Neobiota des dänischen Künstlers Tue Greenfort wurde als Erster der vier prämierten Entwürfe für verschiedene Stationen der neuen Nord-Süd Stadtbahn Köln in der Haltestelle Breslauer Platz realisiert. Der Künstler wurde 1973 in Dänemark geboren und lebt und arbeitet hauptsächlich in Berlin. Die künstlerische Ausstattung der neuen U-Bahn-Strecke geht auf eine Initiative der FDP zurück. Deren Fraktionschef Ralph Sterck erklärt dazu:

„Ich bin stolz, dass wir neben der hochwertigen Architektur der neuen Haltestellen auch noch an vier Stellen ‚Kunst am Bau’ realisieren konnten. Der Kampf insbesondere um die Bereitstellung der entsprechenden finanziellen Mittel hat sich gelohnt. Das Ergebnis ist für eine Kulturstadt wie Köln nur angemessen. Ich empfehle insbesondere, den südlichen Bahnsteig mal kurz nach Sonneraufgang oder kurz vor Sonnenuntergang aufzusuchen, um sich die Tonübertragung aus dem Stammheimer Schlosspark anzuhören. Das Spektakel, das die Halsbandsittiche, die sich als einzige Vogelart nachts in einem Baum treffen, beim ‚Schlafengehen’ und ‚Aufstehen’ veranstalten, ist schon allein einen Besuch der Haltestelle wert.“

Die Installation Neobiota verteilt sich auf drei Standorte innerhalb der Haltestelle und besteht aus Echtzeit-Übertragungen der Video- und Tonaufnahmen von Papageien, die seit rund 40 Jahren im Kölner Stadtraum leben. Mit neuester Überwachungstechnik werden Halsbandsittiche und Große Alexandersittiche an ihren Brutplätzen in ihren Schlafbäumen beobachtet. Neobiota macht so auf ein aktuelles ökologisches Phänomen aufmerksam: Mit der Zunahme von Handel und Reisen bewegen sich nicht nur Menschen und ihre Waren verstärkt über die Erde, sondern gelangen auch immer mehr Tiere in neue Lebensräume - ein Phänomen, dass in der Biologie als „Neobiota“ (von altgriechisch: néos, neu, und bíos, Leben) durchaus kontrovers diskutiert wird.

Nicht immer ist die Zuwanderung biologischer „Neubürger“ in ein Ökosystem unproblematisch. Einige Arten geraten bereits kurz nach ihrer Ankunft in Konflikt mit dem bereits vorhandenen System, verändern oder beeinträchtigen es als sogenannte „invasive Art“. Einige der exotischen „Zuwanderer“ werden jedoch mit der Zeit zu einem gewohnten Anblick und finden ihren Platz im lokalen Ökosystem. So verändert die vor allem wirtschaftlich motivierte Globalisierung den Lebensraum von Menschen, Tieren und Pflanzen. Ein angrenzendes Phänomen ist die Beobachtung von Menschen im öffentlichen Raum. Die Rund-um-die-Uhr-Überwachung der Sittiche spiegelt diese Problematik innerhalb der Installation wider.

Schauvitrine auf der Verteilerebene
Die Schauvitrine ist Archiv, Informationszentrum und Veranschaulichung zum Kontext des Projekts. Sie dokumentiert das Spannungsfeld, welches das Projekt zwischen Mensch und Tier sowie zwischen Natur und Technologie beschreibt. Eine Sammlung von Objekten zu den Kölner Sittichen sowie zur verwendeten Technik wird in den Vitrinen zueinander in Bezug gestellt.

Projektionen am Mittelbahnsteig
Die Bilder der Videoprojektionen stammen aus der Brutkolonie der Großen Alexandersittiche im Schlosspark Köln-Stammheim. Die Bruthöhlen der Tiere liegen in den Kronen einer Gruppe von sieben Platanen, die dicht beieinander stehen. Balz- und anschließende Brutzeit ist von Februar bis April. Im April und Mai schlüpfen die Jungtiere und werden im Juni und Juli flügge. Auch jenseits der Brutzeit werden die Baumhöhlen von den Sittichen rege als Schlaf- und Rückzugsraum genutzt.
Drei der Kameras wurden in bereits bestehende Nisthöhlen installiert, zwei in eigens für das Projekt angefertigte Nistkästen. Eine weitere Kamera überwacht den Einflug an einer der Nisthöhlen, eine letzte filmt die gesamte Situation der überwachten Höhlen und verkabelten Bäume. Auf die drei Projektionsflächen in der Haltestelle werden die Bilder per internetbasiertem Live-Streaming übertragen. Eine zugehörige Tonspur wird über die Lautsprecherhaube auf dem Mittelbahnsteig wiedergegeben.

Toninstallation in der Rotunde
Die Tonaufnahmen dokumentieren eine Verhaltensweise der Halsbandsittiche, die so bei keinem heimischen Vogel zu beobachten ist. Nahezu die gesamte, jeweils lokale Population von Halsbandsittichen findet sich jeden Abend an einem gemeinsamen Schlafplatz zusammen, um im Schutz der Gemeinschaft zu übernachten. Erst am frühen Morgen verteilen sich die Sittiche wieder auf ihren Lebensraum. Die Vögel treffen etwa 30 Minuten vor Sonnenuntergang in großen Gruppen am Schlafplatz ein und verlassen ihn etwa 30 Minuten nach Sonnenaufgang wieder. Durch den Bezug zum Sonnenlauf verändern sich ihre Schlafgewohnheiten mit dem Wechsel der Jahreszeiten. Die Vogelstimmen sind zu den Zeiten zu hören, in denen sich die Vögel im Schlafbaum aufhalten und noch oder bereits wieder wach sind.


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