Die Flora wird bis auf die Grundmauern abgerissen, bevor sie wiederaufgebaut wird
Von Christian Deppe
Sie wirkt ein bisschen wie ausgebombt, und dieser Eindruck kommt nicht von ungefähr. Denn bevor die Flora in neuem Glanz ersteht, wird sie zunächst in den Zustand versetzt, wie er nach einem Bombeneinschlag im Zweiten Weltkrieg bestand. "Damals standen im Wesentlichen nur noch die drei Grundmauern im Norden, Osten und Westen", berichtet die Architektin Martina Schmitz von der Gebäudewirtschaft der Stadt. Nach dem Krieg seien die Mittel und Möglichkeiten beschränkt gewesen, denkmalgerecht sei der Wiederaufbau nicht gewesen, der Anbau im Westen schon mal gar nicht.
Das soll er nun aber werden, energetisch sinnvoll obendrein. Dazu wird das Bauwerk jedoch zunächst bis auf die drei Wände abgebrochen, die tatsächlich noch aus alter Zeit stammen. Dabei erhält der große Festsaal seine ursprünglichen Maße und auch jene Schmucksäulen zurück, die bei einer früheren Verkleinerung des Raumes eingemauert worden waren. Nachdem der Abbruch abgeschlossen ist, soll dann - wenn der Winter es zulässt - etwa Ende Januar der Bauaushub beginnen.
Der wenig ansehnliche Anbau im Westen, den der Bagger bereits weitgehend abgerissen hat, wird durch einen gläsernen Neubau ersetzt, "in dem sich die Bäume des Botanischen Gartens spiegeln werden", wie die Projektleiterin schwärmt. Unter dem neuen Anbau sowie rings um den Altbau, der mit seiner Freitreppe und Terrasse wie auf einem Podest ruht, wird ein Untergeschoss entstehen, in dem unter anderem die Großküche, aber außerdem Lager-, Sanitär- und andere Funktionsräume untergebracht werden sollen.
Im Neubau entstehen auf der Ebene des Erdgeschosses sowie im ersten Obergeschoss je ein weiterer Veranstaltungsraum. Unter dem Tonnendach aus Zink, das (A.d.fdp-koeln.de-Redaktion: auf Initiative der FDP) nach altem Vorbild rekonstruiert wird, ist im Dachgeschoss ein vierter Saal geplant. Alle vier Räume können parallel bespielt werden.
Der Zugang erfolgt über die Nordseite des Gebäudes. Dort werden innen zwei Glasaufzüge und außen ein schickes Entree mit fächerförmigem Vordach entstehen. "Das wird ein Schmuckkästchen", verspricht Engelbert Rummel, Leiter der Gebäudewirtschaft. Die Kosten für den Umbau belaufen sich auf 36 Millionen Euro, die Wiedereröffnung ist für den Jahreswechsel 2013/2014 geplant. Rummel: "Das ist eine klare Terminvorgabe, und wir werden pünktlich fertig." (10.12.2011)
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