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03.05.2018

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

Neubau des Kölnischen Stadtmuseums und des Studiengebäudes für das Römisch-Germanische Museum im Rahmen des Neubaus Historische Mitte

Die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln bittet darum, folgenden Änderungsantrag zur Beschlussvorlage der Verwaltung 0353/2018 (Neubau des Kölnischen Stadtmuseums und des Studiengebäudes für das Römisch-Germanische Museum im Rahmen des Neubaus Historische Mitte) in die Tagesordnungen der Sondersitzung des Ausschusses für Kunst und Kultur sowie der Ratssitzung am 03. Mai 2018 aufzunehmen.

Der Ausschuss sowie der Rat mögen folgende Ersetzung beschließen:

1. Die Verwaltung wird beauftragt, die Sanierung und Erweiterung des Kölnischen Stadtmuseums am bisherigen Ort zu planen. Dabei soll in zwei Schritten geplant werden. Zunächst soll auf dem zu diesem Zweck erworbenen Grundstück des bisherigen Parkplatzes der Bezirksregierung ein Neubau errichtet werden. Dieser wird dann mit der parallel sanierten Alten Wache für das Museum in Betrieb genommen. Erst dann wird in einem zweiten Schritt das Zeughaus saniert. Ziel dieser Zweischrittigkeit soll einerseits die Entzerrung des Bauvorhabens sein, andererseits soll ein aufwändiges Interim vermieden werden.

2. Das Verwaltungsgebäude des Römisch-Germanischen Museums wird abgerissen. Auf dem freigestellten Grundstück und dem Grundstück der Hohen Domkirche soll durch diese ein Neubau entstehen, in dem neben ihrem geplanten Raumbedarf und dem des Römisch-Germanischen Museums ein Kölner Dom Museum entsteht. Hierzu sollen die Pläne von Staab-Architekten als Grundlage dienen. Ziel soll allerdings eine Überarbeitung sein, die das Gebäudevolumen zum Kurt-Hackenberg-Platz reduziert. Der städtische Anteil des Gesamtgrundstückes wird der Hohen Domkirche in geeigneter Form zur Verfügung gestellt.

Begründung:

Der Kölner Dom ist mit rund sechs Millionen Besucherinnen und Besuchern die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Deutschlands. Die Archive sind voll von Zeugnissen der jahrhundertelangen (Bau)Geschichte dieses Weltkulturerbes. Daher ist schon häufiger über die Gründung eines Kölner Dom Museums nachgedacht worden. Mit der Historischen Mitte hätte man einen optimalen Standort für dieses Projekt der Hohen Domkirche gefunden.

Dementsprechend sollte die Stadt auf die Ansiedlung des Stadtmuseums in der Historischen Mitte verzichten und neben dem Kurienhaus das Kölner Dom-Museum errichten. Auf das Wettbewerbsergebnis aufbauend kann so über eine kleinere Lösung für den Kurt-Hackenberg-Platz nachgedacht werden, in die die Stadt ihr Grundstück unter Sicherung der Verwaltungsflächen für das Römisch-Germanische Museum einbringen soll.

Die Nutzung am Kurt-Hackenberg-Platz musste überdacht werden. Der architektonische Wettbewerb für den Neubau hat ergeben, dass die Anforderungen zwischen Roncalliplatz und Kurt-Hackenberg-Platz zu groß waren. Dies zeigt – trotz der in sich stimmigen städte-baulichen Lösung – die massive Gestalt des Baukörpers für das geplante Stadtmuseum in Richtung Osten. Seine Integration überfordert diesen Standort.

Das Stadtmuseum hat bereits einen optimalen Standort. Wir können uns keinen besseren für die Präsentation unserer Stadtgeschichte vorstellen als im historischen Zeughaus der Stadt mit der preußischen Wache direkt an der römischen Stadtmauer. Diesen geschichtsträchtigen und ebenso zentralen Ort für das Stadtmuseum aufzugeben, wäre ein schwerer Fehler.

Seine Aufgabe würde sogar ein doppeltes Problem verursachen: Zeughaus und Wache hätten keine adäquate Nutzung mehr und würde nach dem Ubierring die zweite kostenintensive Museumsbrache in der Innenstadt werden und auch leergezogen eine Sanierungsaufgabe für die Stadt bleiben. Diese Kosten fallen auf jeden Fall an und stellen schon einen Grundbetrag für die sinnvolle Herrichtung für das Stadtmuseum dar.

Selbstverständlich ist der Zustand des Museums unwürdig – vom aktuellen Wasserschaden ganz abgesehen. Weder das Umfeld, die Eingangssituation, die Präsentationsmöglichkeiten und die Gebäudetechnik noch der zur Verfügung stehende Platz sind auf zeitgemäßem Niveau. Aber all das lässt sich durch eine Sanierung und Erweiterung beheben – und genau das sollte die Stadt Köln tun.

Wir schlagen eine stufenweise Realisierung vor: Zunächst soll der Neubau auf dem auf Initiative von Bürgermeister Jan Brügelmann eigens dafür erworbenem Parkplatz der Bezirksregierung entstehen, während im Altbestand weitergearbeitet wird. Dann wird der Neubau in Betrieb genommen und der Altbestand saniert. Dies ermöglicht ein durchgehendes Museumsangebot.

Es gibt für das Kölnische Stadtmuseum am momentanen Standort an der Zeughausstraße viel zu gewinnen. Ein gutes Konzept kann den sanierten historischen Bestand mit einer modernen Erweiterung in einen spannenden Dialog bringen. Auch die Umgebung kann durch eine veränderte Verkehrsführung und Gestaltung deutlich aufgewertet und attraktiviert werden.

Angesichts der Herausforderungen, vor denen Köln baulich auch wegen der zahlreichen Kultur- und Schulbauten in den nächsten Jahren steht, ist es ein Gebot der Stunde, sich für diese Win-Win-Situation für die Stadt zu entscheiden: Wir gewinnen das Kölner Dom-Museum der Hohen Domkirche am Roncalliplatz und ein attraktiv saniertes und erweitertes Stadtmuseum an der Zeughausstraße.

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