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29.05.2008

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

Breite: Beleuchtung in öffentlichen Grünanlagen

Ulrich Breite, MdR
Ulrich Breite, MdR
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Ulrich Breite, MdR
Ratsrede von Ulrich Breite zum Antrag "Beleuchtung in öffentlichen Grünanlagen zur Beseitigung von Angsträumen und zur Sportnutzung"


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
meine Damen und Herren,

eine Redensart sagt: Papier ist geduldig!
Die Geschichte zu dem nun vorliegende Ratsantrag lehrt uns: Ratsbeschlüsse sind manchmal noch geduldiger.

Erstmals am 30. Oktober 2001 stellten CDU und FDP im Sportausschuss den Antrag zur Errichtung einer beleuchteten Joggingstrecke auf der rechts- und linksrheinischen Seite. Die SPD-Fraktion stellte dazu einen nützlichen Zusatzantrag. Beide Initiativen wurden einstimmig angenommen.

Der Bedarf für die beleuchteten Laufstrecken ist eindeutig. Der Laufsport in seiner ganzen Vielfalt ist zu dem Feierabendsport in Deutschland geworden, der ganzjährig betrieben werden kann, um den ganzen Alltagsstress abzuschütteln. Selbst die Kinderwagenindustrie musste sich darauf einstellen und erfand den dreirädrigen joggingtauglichen Kinderwagen.

Ohne diese Laufsportbewegung wäre der Köln-Marathon gar nicht denkbar. Außer der weit draußen liegenden Strecke rund um den Fühlinger See fehlt aber auf beiden Rheinseiten eine durchgängige beleuchtete Laufstrecke.

Dies wurde insbesondere immer wieder von laufbegeisterten Frauen moniert, die gerade in den Herbst- und Wintermonaten pechschwarze Abschnitte durchlaufen müssen, wo eigentlich nur ein oder zwei Laternen fehlen, um wieder im Licht zu laufen. Wir Sportpolitiker meinen, da darf ich wohl alle Fraktionen mit einschließen, dass das nun doch wirklich nicht sein muss.

Über den Beschluss zur Einrichtung von zwei beleuchteten Joggingstrecken freuten sich die vielen Laufbegeisterten. Es freuten sich auch Lokalredakteure, die schon mal Strecken abliefen und uns die Ansage gaben, wo hier und da eine Leuchte fehlen würde.
Und was passierte: Nichts!


So ging ein Halbjahresbericht des Oberbürgermeisters nach den anderen ins Land, unterbrochen von Nachfragen mal von der SPD, mal von der CDU, mal von den Grünen und mal von der FDP, ja wo bleibt den die Beleuchtung? Die Antwort der Verwaltung blieb immer gleich: schwierig, schwierig.

Und wenn sie nicht gestorben sind, würden sie immer noch fragen und warten, wenn, ja wenn da nicht der Bürgerhaushalt gekommen wäre. Denn die Kölner Bürger setzten die Forderung nach den beleuchteten Laufstrecken ganz hoch auf ihre Prioritätenlisten.

Und es wurde Licht, nicht ganz, aber die Planungskosten von 25.000 Euro je Laufstrecke wurden in den Haushalt eingestellt.

Ich kann doch davon ausgehen, dass eine große Ratsmehrheit, die ihren Willen zur Einrichtung zweier beleuchteten Laufstrecken so eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, nicht noch einmal sieben Jahren auf die Umsetzung warten will. Darum sollten wir alle gemeinsam vorhandene Fallstricke aus dem Weg räumen.

Der FDP ist nämlich aufgefallen, dass ein schon seit 1982 bestehender Beschluss, der noch einmal im Jahr 2004 bestätigt wurde, die Einrichtung der beleuchteten Laufstrecken entgegensteht. Dieser Beschluss untersagt grundsätzlich die Beleuchtung von öffentlichen Grünanlagen und lässt als einzige Ausnahme zu, wenn die Grünanlage die einzige Möglichkeit ist, zwischen zwei Punkten zu verkehren. Dabei darf nur die kürzeste Wegstrecke beleuchtet werden.

Ziel und Zweck von Langstreckenläuferinnen und –läufern ist es bedauerlicherweise gerade nicht den kürzesten Weg von A nach B zu nehmen. Da haben wir ein Problem.

Ich möchte die lauteren Beweggründe des gefassten Beschlusses hier nicht in Zweifel ziehen. Aber in seiner Radikalität steht er unser aller Ansinnen, für die Laufkultur in Köln etwas Sinnvolles zu installieren, entgegen.

Er passt im Übrigen in seiner Rigorosität eigentlich auch nicht zur rheinischen Mentalität, sich immer ein Hintertürchen offen zu lassen.

Für alle nicht Sport und Laufbegeisterten hat die FDP-Fraktion noch ein zusätzliches starkes Argument in ihrem Antrag mit aufgeführt.

Der Rat der Stadt Köln engagiert sich stark in den Belangen, öffentliche Angsträume, insbesondere aber nicht nur für Frauen, abzubauen.

Um sofort ein Totschlagsargument auszuräumen, es geht bei der Beleuchtung von Wegstrecken zum Abbau von Angsträumen nicht darum ganze Grünanlagen oder gar Waldstücke nachts hell zu erleuchten. Das ist purer Unsinn und wird den Ernst des Themas nicht gerecht.

Ich denke, hier sollten wir eine kölsche Lösung finden. Immer nur da wo tatsächlich dringend nötig.

Der Antrag verbindet das Schöne, nämlich beleuchtete Laufstrecken, mit dem Nützlichen, Abbau von Angsträumen.
Ich bitte daher um Zustimmung für unseren Antrag, damit die Geschichte von den beleuchteten Laufstrecken in Köln ein glückliches Ende nimmt.


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