Einsatz von KI im Jugendamt zur Einschätzung von Kindeswohlgefährdung
Anfrage im Jugendhilfeausschuss
05.05.2026 Anfragen FDP/KSG-Fraktion im Rat der Stadt Köln
Vor dem Hintergrund steigender Fallzahlen und zunehmender Komplexität bei der Einschätzung von Kindeswohlgefährdungen stehen Jugendämter bundesweit vor großen Herausforderungen. In Baden-Württemberg wurde durch das Jugendamt Breisgau-Hochschwarzwald ein KI-gestütztes Tool entwickelt, das Fachkräfte bei der Risikobewertung unterstützen soll. Das System befindet sich derzeit in der Testphase, gilt bereits als vielbeachtetes Vorzeigeprojekt und stößt auf großes Interesse bei zahlreichen Kommunen, die eine spätere Nutzung in Erwägung ziehen.
Auch das Jugendamt der Stadt Köln ist in einem anspruchsvollen Arbeitsumfeld tätig, in dem jede sinnvolle Unterstützung zur Verbesserung von Entscheidungsprozessen und zur Entlastung der Mitarbeitenden geprüft werden sollte. Digitale Lösungen können hier ein wichtiger Baustein sein, sofern sie fachlich sinnvoll, rechtssicher und datenschutzkonform eingesetzt werden.
Vor diesem Hintergrund bittet die FDP/KSG-Fraktion um die Beantwortung der folgenden Fragen:
- Ist der Stadtverwaltung das vom Jugendamt Breisgau-Hochschwarzwald entwickelte KI-gestützte System zur Unterstützung bei der Einschätzung von Kindeswohlgefährdungen bekannt, und wie wird dieses grundsätzlich bewertet?
- Steht die Stadt Köln bereits im Austausch mit den Entwicklern bzw. dem zuständigen Dezernat in Freiburg und gibt es bereits Überlegungen, sich frühzeitig um eine Nutzung oder Teilnahme zu bemühen?
- Sieht die Verwaltung Potenzial für den Einsatz eines solchen KI-Tools im Jugendamt Köln, insbesondere zur Unterstützung von Fachkräften bei komplexen Entscheidungsprozessen?
- Welche rechtlichen und insbesondere datenschutzrechtlichen Bedenken sieht die Verwaltung im Zusammenhang mit dem Einsatz eines solchen Systems, und wie könnten diese ausgeräumt werden?
- Welche weiteren digitalen oder technischen Maßnahmen plant die Stadt Köln, um die Arbeit des Jugendamts zu unterstützen und die Qualität der Gefährdungseinschätzungen weiter zu verbessern?






