"Als das Wünschen noch geholfen hat"
„…oder so“ – die Kolumne von Maren Friedlaender
26.12.2015 Meldung FDP-Kreisverband Köln

Jetzt geht es wieder los mit den guten Wünschen für das neue Jahr. Komm gut rein, ist einer. Leute, das Reinkommen ist doch ganz leicht. Wie ich da wieder rauskomme, ist das Problem. Ein paar gute Wünsche hätte ich allerdings:
Köln wird an die Mailänder Scala versetzt, damit wir endlich eine funktionierende Oper bekommen oder an Covent Garden angebaut, was den Vorteil hätte, dass wir auch gleich ein tolles U-Bahn-Netz nutzen könnten.
Der syrische Staatspräsident Assad kündigt am 1.1.2016 überraschend seinen Rücktritt an und gibt die auf gute sozialistische Manier zusammengerafften Milliarden an sein Volk zurück.
Franz Beckenbauer wird Compliance-Beauftragter der Deutschen Bank und wurstelt sich wie immer mit seinem Lieblingssatz durch: „Erst tun mer mal garnix, dann schau’n mer mal und dann wer’n mer scho’ seh’n“, was dem Bankgeschäft ganz neuen Schwung verleiht.
Angela Merkel gibt ihre Beratungsresistenz auf und führt mit Michelle Obama ein Gespräch von Frau zu Frau über Mode. Bei der Neujahrsansprache wird Merkel dann schon im neuen Look auftreten und der Integrationsbeauftragten Özoguz zu Gefallen ihre Rede auf Arabisch, Farsi, Paschtu und Tigrinya halten.
Wir sollten die Raucher wieder reinlassen. Diese Vor-der-Tür-Herumsteherei – ich mag es einfach nicht mehr sehen.
Für jedes in einer Talkshow geäußerte Wort fließt ein Euro an den Fiskus, was den Staatshaushalt nachhaltig saniert und Zahlungen an Griechenland nur noch als Peanuts erscheinen lässt.
Roberto Blanco singt exklusiv für Sarah Wagenknecht: „Ein bisschen Spaß muss sein“, worauf sie spontan ihren Dutt öffnet und uns ein kleines Lächeln schenkt.
Irgendwas mit Donald Trump – vielleicht, dass er sein Toupèe wegschmeißt und einem Schweigeorden beitritt.
Bahnchef Grube testet einen Monat lang Nahverkehr, während GDL-Chef Weselsky eine einfache Fahrt für die Transsibirische Eisenbahn erhält. Keine Rückfahrkarte.
Joachim Gauck hat sich unterm Tannenbaum an seine Vergangenheit als Pastor erinnert, heiratet seine Lebensgefährtin und bringt Ordnung ins Präsidialamt.
Marine Le Pen vergisst ihren Hass auf die Welt und wird Präsidentin bei Amnesty International.
Alice Schwarzer wandert aus nach, sagen wir mal, Novosibirsk oder zu ihrem Geld in die Schweiz oder so.
Frauke Petry bekommt ein Kind von Horst Seehofer, worauf sie mütterlich sanft in den Schoß der CSU sinkt.
Lehrer werden angehalten, das Ranzengewicht der Schüler morgens zwanzig Mal zu stemmen und wer vorher schlapp macht, muss ein Jahr lang Schülertoiletten benutzen.
Volksvertreter erhalten eine Einführung in die Grundrechenarten.
Ganz persönlich wünsche ich mir einen feinen, glatten Straßenbelag in meinem Kölner Wohnviertel. Ich habe zu Weihnachten einen Roller geschenkt bekommen und merke erst jetzt, wie dritte-Welt-mäßig das Bayenthaler Pflaster ist: Loch an Loch. Schön wäre auch so altmodisches Kopfsteinpflaster, dafür würde ich aufs Rollerfahren verzichten.
Und nun wünsche ich mich zurück in die Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat oder so….





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