Autofreier Tag: FDP ruft zum Boykott auf
22.09.2003 Meldung FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln
Kirchmeyer: „Aktionen gängeln nur die Kölner Autofahrer“
Im Namen der FDP-Ratsfraktion ruft deren verkehrspolitische Christtraut Kirchmeyer zum Boykott des am 22. September stattfindenden autofreien Tages auf. Es müsse verhindert werden, dass sich die Stadt Köln weiter vor den Karren der autofeindlichen Grünen spannen lasse. Die Bürgerinnen und Bürger sollten sich von politisch diktierten autofreien Tagen nicht irritieren lassen und sich auch am Montag ruhigen Gewissens ins Auto setzen.
„CDU und Grüne nehmen den Verfall des bestehenden Kölner Straßennetzes durch ihre Haushaltspolitik billigend in Kauf. Dazu verzögern oder blockieren sie in ihrem Koalitionsvertrag dringende Straßenbauprojekte wie die Vollendung des nördlichen Gürtels oder den Ausbau der Äußeren Kanalstraße“, so die FDP-Ratsfrau in ihrer Begründung für den Boykott-Aufruf.
„Autofahrer werden diskriminiert und abgezockt wo es nur geht. Deshalb werden wir nicht akzeptieren, dass am sogenannten „autofreien Tag“ Autofahrer auch noch mit Steuergeldern subventioniert diskriminiert werden“, empört sich die Liberale. Dabei sei es Ziel der FDP, durch den gezielten Bau von Umgehungsstraßen und die Sanierung bestehender Straßen insbesondere die Anwohner der Wohnstraßen von Lärm zu befreien und Verkehr aus den Wohnquartieren herauszuziehen.
„Der Ansatz der Initiative Roonstraße geht in die völlig falsche Richtung“, so Kirchmeyer in Bezug auf die Planungen zur zeitweisen Sperrung und zum Rückbau der Straße. „Das wird vielleicht für die direkten Anlieger ruhiger, aber die Bewohner der übrigen Straßen werden sich für den zusätzlichen Lärm bedanken, da der Verkehr dann bei ihnen vor der Tür vorbeiläuft.“
„Die KVB ist doch gar nicht in der Lage, diese Menschenmassen zusätzlich zu befördern, die ein echter autofreier Tag mit sich bringen würde. Die Bahnen quellen jetzt schon morgens im Berufsverkehr über“, unkt Kirchmeyer und erläutert weiter: „Jahrelang habe ich mit meiner Fraktion in den Haushaltsplanberatungen für mehr Gelder zur Straßensanierung gekämpft. Nun können wir nicht tatenlos mit ansehen, wie die neue Koalition die Kölner Infrastruktur zielgerichtet verfallen lässt.“
Anstatt mit einem autofreien Tag die Autofahrer zu gängeln und zu diskriminieren, sollte die Stadt alles daran setzen, die Bedingungen für einen reibungslosen Individualverkehr wieder herzustellen. „Wir müssen das Hauptstraßennetz stärken, Tempo 50 erhalten und - wo möglich - auch höhere Geschwindigkeiten gestatten“, so Kirchmeyer. Zudem müsse die "Grüne Welle" zur Regel werden.
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