Bilder einer fremden Stadt

14.05.2003 Meldung Stadt Köln

Zwangsarbeit in Köln 1939-1945 - Ausstellung im NS-Dokumentationszentrum Fast alle Kölner haben sie während des Zweiten Weltkriegs gesehen, sehr viele hatten mit ihnen auf die eine oder andere Weise Kontakt, doch nach 1945 wurden sie rasch vergessen: die mehreren zehntausend ausländischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge, die von 1939 bis 1945 in Köln lebten und arbeiteten. Die Ausstellung erzählt nun erstmalig aus verschiedenen Blickwinkeln diese andere Kölner Kriegsgeschichte. Sie zeigt das dichte Netz der Lager, die Arbeitsbedingungen in Betrieben, auf Bauernhöfen oder Privathaushalten, sie erzählt vom Alltag in einer fremden Stadt, von Heimweh und Hunger, Freundschaften und Liebe, Widerstand und Verrat. Das engmaschige System der Kontrolle und der Terror, den die Gestapo und ihre Handlanger gegen “Fremdarbeiter” ausübten, bleibt dabei ebenso wenig ausgespart wie die Bedeutung, die Zwangsarbeit für Kölner Firmen hatte. Neben zeitgenössischen Schriftstücken, Plänen und Objekten präsentiert “Bilder einer fremden Stadt” vor allem Fotografien aus einem einzigartigen Fundus von Privatfotos, die Überlebende dem NS-Dokumentationszentrum überlassen haben. Mit Hilfe einer digitalen “Topographie der Zwangsarbeit” können Besucherinnen und Besucher im Kölner Stadtplan Stätten von Zwangsarbeit erkunden und der Geschichte der Lager, aber auch der Firmen und der von ihnen eingesetzten Zwangsarbeiter nachgehen. Es entsteht das Bild einer Stadt, die in vielerlei Hinsicht vertraut und doch zugleich fremd ist. Bürgermeister Manfred Wolf eröffnet die Ausstellung heute im El-De Haus, die bis zum 9. November zu sehen sein wird.

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