Ehrung für einen Wohltäter

Gründer: Die GAG erinnert mit einem Schild an Ernst Cassel

27.02.2013 Meldung Kölner Stadt-Anzeiger

Von Uwe Schäfer

Holweide. Mit einem Zusatzschild an der Kreuzung Ernst-Cassel-Straße/Scheidemannstraße erinnert die Wohnungsbaugesellschaft GAG anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens nun an einen ihrer Gründer: Ernst Cassel (1852-1921). Das kleine Schild bietet dem Betrachter Informationen zur Person Cassels. 

Klaus Steinbrink, Vorstand der GAG nahen Ernst-Cassel-Stiftung, Mülheims Bürgeramtsleiter Hans Oster sowie der Bezirksvertreter Torsten Tücks (FDP) enthüllten das Schild in der Einmündung der Ernst-Cassel-Straße zur Scheidemannstraße.

Cassel war der Sohn eines jüdischen Kölner Bankiers. "Er wurde zwar in Köln geboren, ging aber schon im Alter von 17 Jahren nach England", erzählte Steinbrink. Dort war Cassel anfangs bei einem Getreidehändler in Liverpool tätig. Später arbeitete er bei der Anglo-Egyptian Bank in Paris als Bankkaufmann. 

Der GAG Aktien vermacht

Als in Frankreich nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1871 die antideutsche Stimmung wuchs, kehrte er nach England zurück. Dort brachte es Ernst Cassel zu ungeheurem Reichtum. Weil er darüber hinaus etwas vom Pferderennen verstand, begegnete ihm auch der damalige Kronprinz Edward, mit dem sich Cassel anfreundete. Steinbrink: "Im Jahr 1902 ernannte sein Freund Edward, nunmehr als Edward VII. zum König gekrönt, Cassel zu seinem privaten Finanzberater und Geheimkämmerer." Der erfolgreiche Bankier wurde sogar in den Adelsstand erhoben.

Sir Ernest Cassel engagierte sich allerdings auch im sozialen Bereich stark. "Weil er sich immer mit Köln verbunden fühlte und aus ärmlichen Verhältnissen stammte, vermachte er seinen Aktienanteil an der GAG einer Stiftung in Köln, die seinen Namen trägt." Diese Aktien hatten 1913 einen Wert von 250.000 Goldmark. Die Ernst-Cassel Stiftung unterstützt GAG-Mieter in Notlagen oder Jugendliche, die in Wohnungen der Gesellschaft leben. Steinbrink: "Im vergangenen Jahr standen uns für diese Zwecke rund 350.000 Euro zur Verfügung."

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