"Einmal um die ganze Welt"
„…oder so“ – die Kolumne von Maren Friedlaender
10.10.2015 Meldung FDP-Kreisverband Köln

Man hört im kriselnden Köln so wenig von dem Jürgen, also dem Roters-Jürgen. Obwohl er jetzt eine ganz eigene Kolumne auf der offiziellen Stadt-Köln-Website hat: „Mein Wochenrückblick“. Das hat mit Wahlkampf nichts zu tun, das ist einfach nett vom Jürgen.
„Liebe Kölnerinnen und Kölner, was macht eigentlich der Oberbürgermeister den ganzen Tag?“, fragt der Blogger-Roters auf die total nette Erklärbär-Art: „Womit beschäftigt er sich (er meint den OB, also sich selbst) und was ist ihm wichtig in Köln? Warum dauern Entscheidungen manchmal so lange?“
Ja genau, warum dauern die denn so lange? Das wüssten wir Bürger auch gern. Aber wir können unseren OB ja nicht fragen, weil er kurz vor Schluss nochmal schnell nach Rio musste, eine von Kölns 24 Partnerstädten. Ist das jetzt der Beginn der Abschiedstournee? In zehn Tagen um die Welt. Das schafft nicht mal die Fantasie von Jules Verne.
Das schafft nur der Jürgen, mit einem wehmütigen Liedchen auf den Lippen: „Sag zum Abschied leise Servus.“ Denn eines ist sicher: Der nächste OB heißt nach den Wahlen, wenn sie denn nun wirklich am 18. Oktober stattfinden, nicht Jürgen Roters.
„Einmal um die ganze Welt“, sang einst Karel Gott, die goldene Stimme aus Prag, „und die Taschen voller Geld.“ Nur sind Roters Taschen nicht voller Geld. Sondern empty. Ratzeputz leer. Alles futsch, für Wahlverschiebung und Oper und Deutzer Treppe und so. Nix mit dicken Geschenken für die Bürgermeister der Partnerstädte in aller Welt. Da werden die schön in die Röhre gucken.
Aber Reisen bildet ja. Vielleicht ein Besuch beim Kämmerer von Rio. Da lernt man was vom Knapsen - nach Fußball-WM und vor Olympia. Ganz locker und entspannt zu Rumba-Samba-Klängen. Oder Saloniki. Der dortige Bürgermeister kennt sich aus mit dem Sparen. En passant, auf dem Weg durch Griechenland, noch ein wenig Sokrates: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“, die Erkenntnis schadet nie, gerade Politikern.
Bitte nicht aus Indianapolis die Idee für eine Rennstrecke in Köln mitbringen. Auf den Ringen wird so schon genug gerast. Lieber in Bethlehem eine Kerze anzünden, damit weiterhin in Köln alles jot jeht. Und in Liverpool studieren, wie man mit Gemeinsinn und Kreativität die Bevölkerung wieder mitnehmen kann. Kattowitz, auch so ein Beispiel für gelungenen Strukturwandel. Aber im Grunde wäre diese Reise für die Nachfolgerin interessanter. Jetzt eine „lame duck“ rumzuschicken, macht wenig Sinn. Und wenn der OB unbedingt ein bisschen reisen muss: Treptow und Neukölln sind ja auch Partnerstädte. Und Lüttich. Das gönnen wir von Herzen.
Für Peking, Turku, Kyoto, Cluj Napoca, ist übrigens keine indianische Ansiedlung, sondern liegt in Rumänien, und Corinto in Nicaragua reicht doch ein netter Abschiedsbrief. Durchaus als Luftpost. Ist im Stadtsäckel eher drin als diese Farewell-Oktoberfest-Rundreise. Tinte und Papier spenden wir Steuerzahler gerne, auch noch ein kleines Abschiedsgeschenk. Was gibt es da doch immer gleich? Ach ja, ein Kissen in Form des Kölner Doms oder so.





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