FDP gegen Gebühren-Abzocke an Hochschulen
13.02.2004 Meldung FDP-Kreisverband Köln
Die Service-Wüste lebt – Studiengebühren bewirken weniger statt mehr Service und Beratung
In diesen Tagen sind in Köln etwa 20.000 Studierenden Gebührenbescheide für fällige Studiengebühren in Höhe von 650 € ins Haus geflattert. Im Jahr 2003 hatte der Landtag Nordrhein-Westfalen das sogenannte Studienkonten- und Finanzierungsgesetz (StKFG) verabschiedet. Danach müssen die Hochschulen ab 2004 Studiengebühren erheben. Dies betrifft insbesondere Studierende, die ihr Studium nicht innerhalb einer bestimmten Frist abgeschlossen haben.
Der FDP-Kreisverband Köln kritisiert die vom Land NRW gewählte Form der Studiengebühr. „Grundsätzlich sind wir bereit, über Wettbewerb auf dem Hochschulmarkt und über Studiengebühren zu diskutieren. Aber das in NRW gewählte Modell, pauschal 650 € Gebühren zu verlangen, ist reine Gebühren-Abzocke. Das Geld kommt ja gar nicht in der Uni an und wird nicht für bessere Bildungsangebote investiert!“, kritisiert Marco Mendorf, stellvertretende Vorsitzender der Kölner FDP.
Grund für die Kritik der Liberalen sind die Gebührenbescheide der Universität zu Köln. Hier werde von den Studenten eine Gebühr von 650 € verlangt. Gleichzeitig weise die Hochschulverwaltung aber darauf hin, dass ihr Service und Beratungsangebot eingeschränkt sei. Kontakt mit der Uni sei in Zukunft nur noch über formgebundene Anträge aufzubauen. In ihrem Informationsschreiben weist die Hochschulverwaltung darauf hin, dass telefonische Anfragen, e-mails und Faxe nicht berücksichtigt werden können.
„Die Service-Wüste lebt. Wer gedacht hat, dass Studiengebühren besseren Service und Beratung bewirken, wird in diesen Tagen eines besseren belehrt. Als Dank für die Gebühr in Höhe von 650 € bekommen die Studenten nicht mehr, sondern eindeutig weniger geboten. Das beweißt, dass dieses Modell der Studiengebühren eindeutig gescheitert ist“, meint Mendorf. Nach Meinung der FDP sollten sich die Hochschulen viel intensiver um ihre Studierenden kümmern, den Service und die Beratung ausbauen. Die Realität sei aber geprägt von langen Warteschlangen im Studierendensekretariat und an Prüfungsämtern, von überfüllten Hörsälen, schlecht ausgestatteten Bibliotheken und einer miserablen akademische Betreuung durch Professoren.
Nach Meinung der Liberalen müssten sich die Hochschulen mittelfristig auf einen verstärkten Wettbewerb um Studierende einstellen. Die ministeriell-zentralstaatliche Planung von finanziellen, personellen und räumlichen Ressourcen müsse aufgegeben werden. Die Hochschulen sollten vielmehr autonom über ihre Budgets entscheiden. „Die Hochschulen müssen in die Freiheit entlassen werden. Wir brauchen mehr Markt und Wettbewerb. Die Hochschulen müssen besser und nicht teurer werden“, so Mendorf abschließend.
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