FDP pocht auf U-Bahn-Zeitreise

01.09.2005 Meldung FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

Sterck: Haltestellen sind Visitenkarten Kölns

Wenn die Fahrgäste am 28. Februar 2010 zur Eröffnungsfahrt für die neue Nord-Süd-Stadtbahn starten, soll Köln nicht nur um eine wichtige Verkehrsverbindung, sondern auch um eine Sehenswürdigkeit reicher sein: So beschloss der Rat im November 2002 auf Antrag der FDP-Fraktion die künstlerische Gestaltung der Haltestellen unter das Oberthema einer Zeitreise durch die Kölner Geschichte zu stellen. Doch nach Aussagen von Stadtverwaltung und KVB im Kulturausschuss scheint dieses ehrgeizige Projekt nun aus Kostengründen zur Disposition zu stehen. „Für die künstlerische Ausgestaltung der Haltestellen ist kein Geld mehr da“, hatten Stadtentwicklungsdezernent Streitberger und KVB-Chef Reinarz einhellig erklärt und dafür massiven Widerspruch der politischen Vertreter – unter ihnen FDP-Kultursprecher Dr. Ulrich Wackerhagen – geerntet.

Nun schaltet sich der Mitinitiator des damaligen Beschlusses, der Fraktionsvorsitzende der Liberalen im Rat Ralph Sterck in die Diskussion ein: „Die neuen Haltestellen sind Visitenkarten für die Stadt Köln und dürfen nicht zu einfachen Betonröhren im Pissoirstil verkommen, wie das in der Vergangenheit häufig der Fall war. Noch nie hat es in Köln ein solch umfangreiches Stadtbahnbauprojekt gegeben, das die Stadt auch noch auf einer historischen Achse vom Zentrum in die Peripherie durchquert. Mit den Haltestellen bietet sich die einmalige Chance, die Geschichte Kölns an den jeweiligen historischen Stellen und mit reichlich Anschauungsmaterial zu erzählen. Der Fahrgast wird so zu einer Zeitreise durch die Kölner Geschichte eingeladen. Ich bin sehr froh, dass der Kulturausschuss die Ausreden der Verantwortlichen nicht akzeptiert hat und mit einer Sondersitzung und einem ständigen Tagesordnungspunkt den Druck auf Verwaltung und KVB, den ursprünglichen Beschluss umzusetzen, weiter erhöhen will.“

Und so soll die Zeitreise nach dem damaligen Ratsbeschluss, der in Abstimmung mit Stadtkonservator und Stadtmuseum entwickelt wurde, aussehen: Die Fahrgäste sollen am Breslauer Platz im „Köln der Ubier“ starten, am Rathaus das „Römische Köln“ und in der vom Rat in „Kapitol“ umbenannten ehemaligen Haltestelle Heumarkt das „Heilige Köln“ kennenlernen. Die Haltestelle Severinstraße wird der Freien Reichsstadt und der Kartäuserhof der Hansestadt Köln gewidmet. Vom Chlodwigplatz, der die „Wehrhafte Stadt“ darstellen soll, soll es über „Die werdende Großstadt“ an der Haltestelle Bonner Wall zur Marktstraße als Beispiel für die Wirtschafts- und Handelsstadt in die Gegenwart gehen. Dabei sollen jeweils Bezüge zu den an der Oberfläche vorhandenen Sehenswürdigkeiten wie Rathaus und Severinstorburg hergestellt werden.

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