FDP in Sorge um Historisches Archiv
18.09.2008 Meldung FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln
Repgen: Standortentscheidung gegen Gereonskloster unbefriedigend
Sie Stadtspitze hat gegen die Unterbringung des Historischen Archivs an seiner historischen Stelle, dem Gereonskloster, entschieden. Grundlage für die Ablehnung des Angebotes der Frankonia war eine Vergleichberechnung der Gebäudewirtschaft. Danach könnte die Stadt Köln dieses Projekt in Eigenregie auf einem anderen Grundstück bis zu 20 Millionen günstiger erstellen. Hierzu erklärten der FDP-Fraktionsvize Dietmar Repgen und der Kulturpolitische Sprecher der Liberalen Dr. Ulrich Wackerhagen:
„Hier wurden Äpfel mit Birnen verglichen! Während das Angebot der Frankonia eine durchgerechnete, zum Ende des Jahres 2011 übergabefertige Lösung bietet, stellen die Berechnungen der Gebäudewirtschaft lediglich allgemeine Kostenschätzungen dar, denen leider auch jede konkrete Grundlage fehlt.
So ist nicht einmal ein konkretes Grundstück vorhanden – der Eifelwall ist nur angedacht – , geschweige denn, dass es schon konkrete Vorstellungen zur Architektur gibt. Dafür müssten also zuerst eine Standortentscheidung und dann ein architektonischrer Wettbewerb erfolgen. Erst danach lassen sich konkrete Kostenschätzungen seriös vornehmen.
Zahlreiche Beispiele lassen uns auch hier eine allzu optimistische Kostenschätzung durch die Verwaltung befürchten, die später Stück für Stück aufgegeben werden muss. Ob also die Kosten am Ende tatsächlich so viel geringer ausfallen, wie es die Gebäudewirtschaft heute behauptet, muss leider stark bezweifelt werden.
Dies gilt insbesondere, weil mit der Entscheidung gegen das Gereonskloster eine erhebliche Verzögerung der dringend erforderlichen Neuunterbringung des Historischen Archivs einhergeht. Die Aufnahmekapazitäten an der Severinstrasse werden mit dem Ende dieses Jahres erschöpft sein. Es werden also aufwändige Zwischenlösungen hergestellt werden müssen, deren wohl erheblichen Kosten für einen mehrjährigen Zeitraum in die Berechnungen nicht eingegangen sind. Auch dies verringert den sowieso bezweifelbaren Abstand der tatsächlichen Kosten.
Neben diesen pragmatischen Kostenargumenten ist es aber auch grundsätzlich bedauerlich, dass die Stadtspitze hier die Chance auf eine zeitnahe und kulturpolitisch ideale Unterbringung verstreichen lässt. Stattdessen wird das Historische Archiv für wenigstens fünf Jahre in eine provisorische Notsituation geschickt. An deren Ende werden wir dann eine wahrscheinlich ebenso teure, aber weniger gute Unterbringung des Archivs erleben, wie wir sie jetzt für das Jahr 2011 hätten beschließen können.“
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