Flach: NRW hat deutlich Nachholbedarf
03.09.2005 Meldung FDP-Bundestagsfraktion
Forschungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Ulrike Flach, und Bettina Houben, Kölner Bundestagskandidatin, besuchten die Kölner Biotech-Firma Direvo
„Selecting the Optimum“ - das hat sich die Direvo Biotech AG auf ihre Fahnen geschrieben. Das Kölner Biotechnologieunternehmen wendet das Prinzip der natürlichen Variation und Selektion auf ausgewählte Proteine an, um die für eine bestimmte Anwendung geeignetesten - also das „Optimum“ - zu finden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung von verbesserten Medikamenten sowie von Enzymen zum industriellen Einsatz und für Nahrungs- und Futtermittel.
Im Jahr 2000 gegründet, hat sich die Direvo Biotech AG zum führenden Unternehmen auf ihrem Gebiet entwickelt und beschäftigt mittlerweile 45 Mitarbeiter. Wertschöpfung erzielt das Unternehmen einerseits aus der Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen (Danisco, Novozymes, EvotecOAI), andererseits aber auch aus der Entwicklung von eigenen Produkten (Proteine wie z.B. Enzyme und Antikörper), die zu einem späteren Zeitpunkt auslizenziert werden sollen.
„Der Kölner BioCampus ist bis auf den fehlenden S-Bahnanschluss und Kinderbetreuungsmöglichkeiten ein idealer Ort für junge aufstrebende Firmen der Biotechnologie“, so Ulrike Flach, forschungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagfraktion, die das Unternehmern nun mit der Kölner Bundestagskandidatin Bettina Houben besuchte. Flach: „Trotzdem können wir uns nicht zufrieden zurück lehnen. Die internationale Konkurrenz jenseits des Atlantiks, aber auch in Frankreich und Großbritannien hat deutlich ausgefeiltere Fördermechanismen für junge Firmen und vor allem in den USA steht ein gewaltiger Kapitalmarkt zur Verfügung.“
Die FDP trete aus diesem Grunde für eine gezielte Förderung von Existenzgründungen ein. „Wir brauchen Anschubfinanzierungen für den Start, Beteiligungsmodelle statt Krediten und gezielte Beratung der Gründer. Das ist Landes- und Bundesaufgabe“, so Flach weiter. In diesem Zusammenhang sei die leidige Diskussion über angebliche „Heuschrecken“ mehr als hinderlich. „Private equity Fonds haben angesichts der wirtschaftlichen Lage in Deutschland eh’ einen schweren Stand. Die Neiddebatte von Rot-Grün vertreibt auch noch die letzten Geldgeber aus dem Land. Und ohne die wird es nun einmal nicht gehen! Der Staat allein kann das nicht stemmen“, erklärt Flach.
Das Land NRW habe vor allem im Beratungsbereich und Standortmarketing deutlich Nachholbedarf. „Bayern zieht zurzeit noch locker an uns vorbei und das sollten wir uns nicht länger bieten lassen“, stellt die Bundestagsabgeordnete fest. Auf Bundesebene wolle die FDP eine feste Verankerung von High-Tech-Fonds zur Gründungsunterstützung im Etat des Forschungs- oder Wirtschaftsministeriums. „Rot-Grün hat sieben Jahre gebraucht, bis endlich Geld floss. Bis dahin sind in konkurrierenden Ländern bereits marktreife Produkte in der Pipeline“, meint Flach abschließend.





.jpg)
