Hoyer: Direkte Gespräche sind eine Erfolgsstrategie

05.10.2007 Meldung FDP-Bundestagsfraktion

Zum ersten Treffen der Staatschefs von Nord- und Südkorea seit sieben Jahren erklärt der stellvertretende Vorsitzende und außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Werner Hoyer:

Nach Jahren der politischen Eiszeit sehen wir endlich Anzeichen eines Tauwetters auf der koreanischen Halbinsel. Reiner Zufall ist das nicht – die Sechs-Parteien-Gespräche haben sich als Eisbrecher bewährt. Dass Nordkorea heute seine Atomanlagen für Heizöl aufgibt und sich mit den Südkoreanern auf eine De-facto-Friedenserklärung verständigt, hätte man vor Kurzem noch für unmöglich gehalten.

Die Lehre, die wir hieraus ziehen dürfen, lautet: Direkte Gespräche sind – auch im Umgang mit „Schurkenstaaten“ – hilfreicher als lautes Säbelrasseln aus der Entfernung. Gerade die amerikanische Regierung sollte diese Tatsache zur Kenntnis nehmen. Ihre Strategie im Hinblick auf den Irak würde erheblich davon profitieren, wenn sie Nordkorea als Lehrstück im Krisenmanagement begreifen würden. Denn auch im Mittleren Osten wird auf Dauer kein Weg an direkten Verhandlungen mit Syrien und Iran vorbeiführen.

Freilich sollten wir nicht naiv werden. Grund zu etwas gesunder Skepsis besteht angesichts eines ebenso irrationalen wie totalitären Regimes in Pjöngjang weiterhin. Noch haben sich die Nordkoreaner nicht zur Aufgabe ihres Atomprogramms verpflichtet. Doch sind wir nun auf einem erfolgversprechenderen Weg dorthin als wir es noch kürzlich erhoffen durften.

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