"Kehren vor der eigenen Tür"

"...oder so" - Die Kolumne von Maren Friedlaender

16.05.2015 Meldung FDP-Kreisverband Köln

„Es lief alles friedlich ab, die Wahlbeobachter konnten sich völlig frei bewegen.“ Upps, denke ich bei Lektüre der Zeitung: Geht‘s da um Köln? Drehte sich dann doch um das Referendum auf der Krim - oder war es Kongo, Kosovo, Kenia? Auf jeden Fall was mit K. In solche Länder entsenden die Vereinten Nationen gern Wahlbeobachter. Das sind Menschen, die von der UN eingesetzt werden, um das öffentliche Vertrauen in den Wahlprozess zu stärken und um etwaige Unregelmäßigkeiten offen zu legen.

Könnten wir richtig gut gebrauuchen hier am Rhein. Stattdessen ziehen deutsche Wahlbeobachter in die Welt hinaus. Ein bisschen Kehren vor der eigenen Tür dürfte gar nicht schaden. Wahlbeobachtung, heißt es, kann für Transparenz und Akzeptanz bei allen beteiligten Akteuren sorgen. Und zur politischen Stabilisierung vor allem in Transitions- und Post-Konflikt-Ländern beitragen. Gut so!

Köln, eine Transitions-Stadt? Wer weiß, kann ja noch kommen. Auch wenn es Herrn Ott und der SPD nicht gefällt. Irgendwie war da was, vor rund einem Jahr: Merkwürdigkeiten bei der Kommunalwahl. Wie das passierte und warum die Begradigung ein ganzes Jahr dauerte, da könnten die internationalen Beobachter ja mal Licht ins Dunkel bringen.

Wahlleiter, jetzt a.D., und Stadtdirektor, noch nicht a.D., Guido Kahlen war überfordert oder gerade mal nicht so gut drauf. Wie erklären wir das bloß den UN-Jungs, wenn sie bei uns in Köln aufkreuzen? Die werden ganz genau wissen wollen, was die Zähler in Rodenkirchen da gezählt haben. Ist ja immer ein langer Tag, so ein Wahlsonntag.

Vielleicht hat die Kommission gedacht – Wahlurne? Urne? So ein Ding verschwinde gleich mal sechs Fuß unter der Erde. Weg isses und keiner hat was gemerkt. Wer konnte denn auch ahnen, dass die CDU so pingelig ist und das in Köln? Wo hier bekanntermaßen das Gesetz herrscht: „Wat fott es, es fott.“

Nun wird tatsächlich mit richterlicher Anweisung eine Urne wieder ans Tageslicht gezerrt. Wo bleibt denn da die Pietät?! Vielleicht ist auch alles ganz anders. Üble PISA-Folgen bei der Wahlkommission in Rodenkirchen? Verzällt wird gern in Köln – vielleicht beim Verzälle verzällt?

Am kommenden Dienstag wissen wir mehr! Da wird noch mal nachgerechnet und wer es diesmal genau wissen will, kann als Wahlbeobachter dabei sein: ab 14.30 Uhr im Kalk-Karree.

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