Köln ist erschreckend behindertenunfreundlich
26.06.2004 Meldung FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln
Bürgermeister Wolf über „Barrierefreies“ Köln entsetzt
Anlässlich des Besuches des im Rollstuhl sitzenden FDP-Bundesvorstandsmitgliedes Alexander Pokorny in Köln, erklärt Bürgermeister Manfred Wolf, der bei einer gemeinsamen Aktion in der KVB auch im Rollstuhl saß:
„Wir sind mit der Linie 13 von der Haltestelle Sülzgürtel bis zur Haltestelle Neusser Straße/Gürtel gefahren. Bereits der Einstieg an der ebenerdigen, angeblich behindertenfreundlichen Haltestelle Sülzgürtel war nahezu unmöglich. Unter Barrierefreiheit stelle ich mir im Hinblick auf die nahezu 20 cm hohe Schwelle, die den Einstieg in die Bahn erschwert, etwas anderes vor. Auch die Telefonzelle an der Haltestelle ist nicht behindertenfreundlich. Ein Rollstuhlfahrer kommt da nicht rein. Besonders für eine Endhaltestelle finde ich das bedenklich.
Auf der Fahrt mit der Linie 13 wurde dann deutlich, dass an den meisten Haltestellen ein Ausstieg aus den Hochbahnwagen gar nicht möglich ist. Man fühlt sich in der Bahn gefangen. Aussteigen konnten wir an der Haltestelle Neusser Straße/Gürtel, aber nur, um dann vor neuerliche, unlösbare Probleme gestellt zu sein. Die Rolltreppen dort sind zu schmal und die Treppen unpassierbar. Selbst wenn einen jemand nach unten trägt, kommt man erst nach erneutem Treppenaufstieg ebenerdig aus der Station.
Köln ist immer noch keine behindertenfreundliche und barrierefreie Stadt. Vor ähnliche Probleme wie die Rollstuhlfahrer sind Familien mit Kinderwagen und ältere Menschen gestellt. Das muss sich ändern!“
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