Köln verprellt Sammler und Stifter
15.03.2011 Meldung FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln
Wackerhagen: Mäzene halten und gewinnen
Anlässlich der entsprechenden Bilanzpressekonferenz des Kulturdezernenten Prof. Georg Quander dankt die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln allen Sammlern und Fördervereinen für ihre großzügigen Schenkungen.
Bei dieser Gelegenheit darf jedoch nicht vergessen werden, dass die Stadt in den letzten Jahren viele namhafte Sammler und Stifter verprellt hat. Aus Enttäuschung über das Verhalten der Stadt sind bedeutende Sammlungen abgewandert und in anderen Städten begeistert aufgenommen worden, so zum Beispiel die Kunstsammlungen Hoffmann, Schneppenheim, Garnatz und Brandhorst.
Die Sammlung von Michael und Eleonore Stoffel mit ca. 200 hochkarätigen Kunstwerken von bedeutenden zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern wie Rosemarie Trockel, Markus Lüpertz, A. R. Penck, Gerhard Richter, Sigmar Polke, Martin Kippenberger u.v.a. wanderte 2007 in die Münchner Pinakothek der Moderne. Ebenso hat anschließend die Fotosammlung Wilde ihre endgültige Heimstatt dort gefunden.
Das Kölner Stifterehepaar, das sich über Jahre bemüht hat, der Stadt Köln Gutes zu tun und den dringend benötigten Erweiterungsbau des Stadtmuseums für 9 Mio. Euro zu finanzieren, hat sich wegen unangemessener Behandlung durch einige Politiker enttäuscht zurückgezogen. Der Rücktritt von ihrer Stiftungsabsicht sollte zu einem Umdenken bei Politik und Verwaltung geführt haben.
Die FDP-Fraktion hat am 13.11.2008 mit ihrem Antrag zum Umgang mit Mäzenen die Einrichtung einer ehrenamtlichen Kuratorenstelle zur höheren Wertschätzung von Mäzenen gefordert. Dieser Antrag wurde anschließend im Rat so weit verwässert, dass sich der Umgang mit Mäzenen seitdem in keiner Weise verbessert hat und weiterhin dem glücklichen Zufall überlassen wird.
Ein weiteres Beispiel gibt das Stifterehepaar Corboud: Für die Schenkung ihrer grandiosen Impressionistensammlung wurde ihm bei Unterzeichnung der Stiftungsurkunde eine Ausstellungsfläche für das Wallraf-Richartz-Museum zugesagt. Die gibt es trotz vielfacher Bemühungen unserer Fraktion bis heute nicht. Eine Planung für die Bebauung des ursprünglich dazu vorgesehenen Geländes des ehemaligen Kaufhauses Kutz ist von der Verwaltung bedauerlicherweise trotz mehrfacher Anfragen bis heute nicht vorgelegt worden.
Zu dieser Problematik erklärt der Kulturpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln, Dr. Ulrich Wackerhagen:
„Die Stadt Köln kann auf eine jahrhundertealte Tradition bürgerschaftlichen Engagements zurückblicken und nahezu alle Kölner Museen sind von Bürgerinnen und Bürgern gestiftet worden. Nachdem nun in mehreren Fällen Entscheidungen gegen die Stadt gefallen sind, muss sich Köln überlegen, wie es gedenkt, die in der Stadt lebenden Mäzene zu halten, neue Mäzene zu gewinnen und deren Betreuung kreativ und nachhaltig zu sichern.
Die Weigerung der rot-grünen Ratsmehrheit, die von uns geforderte Kuratorenstelle einzurichten, hat sich als Sackgasse erwiesen und für die Stadt bereits großen Schaden verursacht. Köln wird in dieser Frage von anderen Städten immer weiter abgehängt. Wir hoffen, dass dies zu einem Umdenken führt und endlich ein zukunftsweisender und nachhaltiger Beschluss gefasst wird, um das Mäzenatentum in Köln zu stärken.“





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