Mutlosigkeit statt Stadtentwicklung: Hallen Kalk droht weiterhin Einsturz
Breite: Müssen Nutzung endlich ergebnisoffen prüfen
26.01.2026 Meldung FDP/KSG-Fraktion

Während andere Städte ihre Industriegeschichte sanieren und geschickt nutzen, übt sich Köln einmal mehr im kontrollierten Verfall. Die Hallen Kalk, einst Herzstück von Klöckner-Humboldt-Deutz, sollten längst ein Ort für Kultur, Arbeit und Begegnung sein. Doch statt eines lebendigen Quartiers droht nun der bauliche Kollaps. Laut Verwaltung bestehen an den Hallen 76 und 77 erhebliche Sicherheitsrisiken, ein teilweises oder vollständiges Versagen der Bausubstanz ist möglich. Spätestens seit Anfang 2025 sei die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet und die Hallen somit akut einsturzgefährdet.
„Was hier jahrelang als Entwicklung verkauft wurde, ist in Wahrheit ein Denkmal des Wegsehens“, sagt Ulrich Breite, Geschäftsführer der FDP/KSG-Fraktion im Kölner Stadtrat. „Man hat die Hallen verfallen lassen, bis nur noch Absperrbänder und Gutachten übrig sind.“
Die Sanierungskosten werden inzwischen auf bis zu 90 Millionen Euro geschätzt, Summen, die die Stadt nicht selbst tragen kann und will. Stattdessen läuft eine europaweite Markterkundung, deren letzter Sachstand vom Juni 2025 stammt. Seitdem herrscht Stillstand, bei Bedingungen, die Investoren abschrecken, denn vorgesehen ist nahezu ausschließlich eine kulturelle Nutzung. „Wer soll ernsthaft bis zu 90 Millionen Euro investieren, um ein Gebäude nur kulturell nutzen zu dürfen? Das ist Realitätsverweigerung“, so Breite.
Dabei hätte es auch anders kommen können: Bereits vor über sieben Jahren beschloss der Rat die Sanierung der Hallen, passiert ist nichts. „Politik und Verwaltung haben dem Verfall jahrelang zugesehen und wundern sich nun über explodierende Kosten und Einsturzgefahr“, kritisiert Breite. Die FDP hatte bereits 2022 gefordert, die Hallen ergebnisoffen für unterschiedliche auch wirtschaftliche Nutzungen zu öffnen und dem Markt anzubieten. Dies lehnte der Rat mehrheitlich ab. „Man wollte lieber die Hallen in städtischer Hand verrotten als von privaten Investoren retten lassen. Für eine Stadt, die sich gern Kulturmetropole nennt, ist das ein Offenbarungseid“, so Breite abschließend.






