Im Gespräch mit Roberto Campione
Der Name ist Programm, ohne Einflüsse aus Berlin machen wir Politik von Kölnern für Kölner
07.02.2026 Meldung KölnLiberal

Roberto Campione ist als Kandidat der „Kölner Stadtgesellschaft“ (KSG) im September vergangenen Jahres in den Rat der Stadt Köln gewählt worden. Als Einzelmandatsträger hat er sich mit den drei Ratsmitgliedern der FDP zur neuen FDP/KSG-Fraktion zusammengeschlossen.
Herr Campione, mit Ihrem Wahlsieg bei der Kommunalwahl im September hat der Kölner Rat eine neue Partei und die Kölner FDP einen neuen Fraktionspartner hinzugewonnen. Wie genau ist es dazu gekommen?
Im Wahlkampf 2025 ist die Kölner Stadtgesellschaft zum ersten mal als Wählergruppe und mit mir als Oberbürgermeisterkandidat angetreten.
Jeder Anfang ist schwer, sodass wir leider nur in 18 von 45 Stadtteilen vertreten waren. Das macht den Einzug ins Rathaus nicht nur schwerer, sondern die Chance auf eine komplette KSG-Fraktion aus vier Personen sehr schwierig.
Von den zwölf OB Kandidaten und Kandidatinnen haben gerade Volker Görzel und ich uns im Wahlkampf sehr gut verstanden. Das Wahlergebnis war erstmal ernüchternd, die FDP von fünf auf drei und mit mir nur eine Person im Rathaus.
Im Anschluss haben wir drei Tage lang Fraktionsgespräche geführt. Wir liegen zum Glück nicht weit bei unseren Wahlthemen auseinander. Wir haben eine klassische Win-Win-Situation, die uns im Rathaus sehr gut positioniert und uns positiv in die Zukunft blicken lässt. Wir können damit mehr als zufrieden sein.
Die „Kölner Stadtgesellschaft“ (KSG) wurde im vergangenen Jahr neu gegründet. Was unterscheidet Ihre Partei von den anderen?
Am Anfang stand die Frage, hat Köln noch Raum für eine neue Wählergruppe? Die Antwort war ein klares „Ja“! Ich bin von Menschen jeglicher Colör umgeben, engagierte, fleißige Menschen, viele verschiedene Nationalitäten, ganz unterschiedliche Berufszweige, egal ob Arbeitnehmer, Unternehmer oder Selbständiger. Eine Sache einte alle, sie sind unzufrieden und trauen den Altparteien eine große Veränderung einfach nicht mehr zu. Damit wir diese Menschen trotzdem abholen, wurde die Kölner Stadtgesellschaft gegründet. Der Name ist Programm, ohne Einflüsse aus Berlin machen wir Politik von Kölnern für Kölner. Wir sind in zahlreichen Vereinen vernetzt und holen die Menschen ab. Sie geben uns eine Chance, die Stadt ein wenig schneller, besser und menschlicher zu gestalten.
Mit der Kölner FDP zeigt sich ja eine gemeinsame Schnittmenge an kommunalpolitischen Positionen. Was ist der KSG für Köln besonders wichtig?
Ich bin selber studierter Stadtplaner und mit diesem Hintergrund befassen wir uns mit den dringenden Problemen dieser Stadt. Wir müssen mehr bauen, um die benötigten Wohnungen bereitzustellen und die Mieten konstant zu halten.
Wir brauchen einen viel besseren ÖPNV mit innovativen Ideen. Autos benötigen Quartiersgaragen, nur der Verkehrsmix bringt Kaufkraft. Das Erscheinungsbild der Stadt ... Sauberkeit und Sicherheit müssen auf unseren Straßen selbstverständlich sein.
Wie präsentiert sich für Sie das neue Ratsjahr? Haben Sie einen 100-Tage-Plan?
Ich bin sehr gespannt auf die kommenden Themen, habe aber mit Ralph Sterck den erfahrensten Mann des Rates neben mir sitzen, da sind wir im guten Austausch. Ich bin ein Freund von schnellen Lösungen. Ich erwarte, daß unsere Stadt innerhalb von 100 Tagen wesentlich sauberer aussieht als heute.
Was macht Roberto Campione am liebsten, wenn er Zeit für Privates hat?
Ich verbringe viel Zeit mit meiner Familie, habe zwei Kinder. Der Sohn ist elf und die Tochter ist 15, da kann man in der Freizeit viel machen. Zu Hause bauen wir große Gebäude aus Lego, ein sehr entspanntes Hobby.
Die Karnevalssession ist ja bereits in vollem Gange. Sind Sie auch im Fasteleer unterwegs?
Ja, natürlich. Ich bin Senator der Kölner Narren-Zunft, Mitglied der KG UHU aus Dellbrück und Erfinder der KWM, der Karnevalistischen Wurfmeisterschaft!
Die Frage aller Fragen: FC, Fortuna, Viktoria? Oder lieber die Haie?
Tatsächlich alle drei, da ich dort Freunde habe, Sponsoren kenne und ich überall gerne mit der Familie gesehen bin.
Haben Sie einen Lieblingsort in Köln?
Mein Lieblingsort ist der Kölner Rheinpark, eine Oase mitten in der Stadt. Ich bin erster Vorsitzender des Fördervereins Rheinpark e.V.
Herzlichen Dank für das Gespräch.
[Das Gespräch führte Stephan Wieneritsch.]
Dieser Beitrag erschien zuerst in KölnLiberal.






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