"Ruckzuck 2016"

„…oder so“ – Die Kolumne von Maren Friedlaender

02.01.2016 Meldung FDP-Kreisverband Köln

Was schreibt man am Jahresanfang? Eine Vorausschau? Nur hat die Zukunft den Nachteil, dass sie ungewiss ist. Außer, ich glaube meinem Horoskop: „Männer werden an meiner Tür kratzen.“ Das ist doch mal was. Steht aber bisher nur in den Sternen.

Also besser ein Blick zurück. Was war los in den letzten Wochen? Ich hätte gern mehr über den 3,7 Meter langen Kalmar geschrieben, der am Weihnachtsabend in einem japanischen Hafen von Tauchern gesichtet wurde. Was hat den Riesentintenfisch bewogen, aus 1000 Metern Tiefe aufzusteigen? Die freudlose Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten sicher nicht. Vielleicht „Urbi et orbi“? Kein Kommentar von Oktopussi.

Ungern, aber auf den letzten Metern des Jahres musste ich mich schon wieder mit Putin-Versteherin Wagenknecht herumschlagen. Monatelang kein Wort der Kritik an Russland: nicht nach Krim-Überfall, nicht nach dem Übergriff auf die Ukraine. Aber jetzt setzt die Linke IS-Terror und westliche Luftangriffe auf IS-Stellungen gleich. Ach, Sahra, könntest Du nicht mal schweigen? Es gibt ja Fans, die Putin die Zarenkrone andienen möchten; manche wollen ihn auch heilig sprechen. Tatsächlich. Kein Silvesterscherz. Ich muss die Wagenknecht unbedingt fragen, ob die Idee von ihr stammt.

Dann wollte ich mich etwas lustig machen über den AWB-Mitarbeiter, der ein Kunstwerk von einer Kreuzung in Nippes als Sperrmüll entsorgte. Da fiel mir ein: Neulich im Museum bewunderte ich andächtig eine Kunst-Installation, bis mich jemand darauf hinwies, das sei ein Luftbefeuchter.

Schön auch, das „Liebes-Comeback“ des Jahres 2015: Unser Ex-Präsident Christian Wulff und seine Frau Bettina halten wieder Händchen. Ne, wirklich, nach all dem öffentlichen Schmutzige-Wäsche-Waschen. Wat soll dä Quatsch? Fragt sich der Kölner.

Endlich fand ich, Dank sei den Grünen, das Top-Thema 2015: Nach „Gender_Gap“ und „Binnen-I“ wurde nun der „Gender-Star“ auf der Bundesdelegiertenkonferenz abgesegnet. Das Sternchen-Symbol ist ein sprachliches Hilfsmittel, um verschiedene Geschlechter und Identitäten zu berücksichtigen. "Wir gendern grundsätzlich in allen Wörtern“, so die Grünen, „jedoch nicht zweimal in einem Wort (Verbraucherschützer*innen statt Verbraucher*innenschützer*innen)“. Ist kein Witz, steht so im Beschluss.

Ich mache mir Sorgen um unser Land. Anders als Frau Merkel bin ich mir nicht sicher, dass wir es schaffen werden, was immer da auf uns zukommt. Wie denn, mit Politikern, die offensichtlich unter geistiger Verwirrung leiden. „Ist Gott ein Irrtum? Und der Mensch nur ein Zufall?“, titelt „Der Spiegel“ in dieser Woche. Wohl eher umgekehrt. 

Liebe Grüne, ich weiß ohne Gap und Sternchen, welchem Geschlecht ich angehöre, aber von Eurem Schwachsinn möchte ich mich deutlich abheben. Gebt mir dafür bitte eine Raute oder so… Liebe Bürg#er, heißt es ab sofort für alle, die noch nicht völlig durchgeknallt sind.

Es gab mal einen Bundespräsidenten namens Herzog, der hielt 1997 die sogenannte Ruck-Rede. Wörtlich: „Durch Deutschland muss ein Ruck gehen. Wir müssen Abschied nehmen von liebgewordenen Besitzständen. Alle sind angesprochen, alle müssen Opfer bringen, alle müssen mitmachen.“ Brandaktuell. Und jetzt ruckzuck ins Jahr 2016, liebe Köln#er und, wenn’s der Wahrheitsfindung dient - Kölner*innen.

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