Viele drücken ihr Mitgefühl aus
Kölner nehmen Abschied von Ex-Außenminister Guido Westerwelle
04.04.2016 Pressemeldung Kölner Stadt-Anzeiger

Von Bettina Janecek und Anton Krasniqi
Das Grab - ein Blumenmeer. Davor kniet Michael Mronz, das Gesicht in stiller Trauer in der Hand verborgen. Der Mann von Guido Westerwelle ist am Sonntagmittag, einen Tag nach Beerdigung, noch einmal nach Melaten gekommen, um sich von seinem Partner zu verabschieden. Die zahlreichen Besucher, die mit bedrückter Mine hinter ihm stehen, scheint er nicht zu bemerken.
Hunderte Kölner haben am Wochenende die letzte Ruhestätte des an Krebs gestorbenen FDP-Politikers und früheren Außenministers besucht. Die ersten kamen schon am Samstagnachmittag, unmittelbar nach dem nicht öffentlichen Begräbnis. Und auch am Sonntag ebbte der Strom der Mitfühlenden auf dem Friedhof im Stadtteil Lindenthal nicht ab.
Die Menschen beten, legen Blumen an das Grab oder stellen eine Kerze auf; vereinzelt wird mit dem Handy ein Foto geschossen. Das Holzkreuz mit dem falschen Geburtsdatum ist zu diesem Zeitpunkt längst ausgetauscht.
Die Panne sei am Samstag nach weniger als einen halben Stunde behoben worden, sagte Bestattungsunternehmer Christoph Kuckelkorn dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Nachdem die Trauergemeinde das Grab bereits verlassen hatte und das Holzkreuz aufgestellt worden war, stellte sich ein Fehler bei Beschriftung heraus. Als Geburtsdatum war der 27. Dezember 1967 angegeben - und nicht der 27. Dezember 1961, wie es richtig gewesen wäre. "Da ist die Sieben mit der Eins vertauscht worden", so Kuckelkorn. "Wir haben das innerhalb kurzer Zeit korrigiert."
Das Grab Westerwelles dürfte noch einige Zeit ein viel besuchter Anlaufpunkt auf dem zentralen Melaten-Friedhof sein. Am kommenden Dienstagabend etwa wollen sich Mitglieder der Kölner FDP zu einer kleinen Trauerfeier an der letzten Ruhestätte des Ex-Außenministers versammeln.





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