"Wie ärgerlich"
„…oder so“ – Die Kolumne von Maren Friedlaender
21.11.2015 Meldung FDP-Kreisverband Köln

Klaus Schäfer, kulturpolitischer Sprecher der SPD, nennt die weitere Verzögerung bei der Opernbaustelle – Zitat: „eine ärgerliche Sache“. Ne, das hat er nicht wirklich gesagt, oder? Die Verschiebung der Eröffnung auf irgendeinen fernen Tag in der Zukunft kostet Millionen, was sag ich, wohl eher 100 Millionen oder auch mehr und Schäfer findet das eine „ärgerliche Sache“.
Wissen Sie, was eine ärgerliche Sache ist, Herr Schäfer? Wenn eine Schaufel in mein Blumenbeet fällt, ist das ärgerlich oder wenn einem mal wieder die leere Klopapierrolle auf der Toilette erwischt oder Nagellack, der auf den Holzboden tropft, das ist ärgerlich. Aber Sie bezeichnen eine Bauverzögerung, die uns Steuerzahler Millionen kosten wird, so leicht dahin als ärgerlich? Darüber kann ich mich jetzt echt nicht einkriegen.
Wenn man in eine Blitzerfalle fährt, die man schon seit zehn Jahren kennt, ist das ärgerlich, sogar mega-ärgerlich und wenn man immer just zur teuren Stunde einen leeren Tank hat, auch richtig ärgerlich oder ein Pickel auf dem Kinn, gerade wenn ein Verehrer Dich abholen kommt, das ist total ärgerlich. Aber nicht die Verschiebung einer Operneröffnung ins Jahr 2018. Das glanzvolle Ereignis, das uns die Kulturdezernentin eben noch für diesen November versprach – futsch! Wer soll das alles bezahlen? Das löhnen wir locker aus der Portokasse der Stadt oder was?
Und wieso wurde das Staatenhaus mit einem Batzen Geld für eine zweijährige Opernspielzeit hergerichtet? Ach ja, die Verantwortlichen hofften ja auf die glanzvolle Eröffnung in 2017. Ein weiteres Jahr wird sich die BB Group wohl nur mit goldenem Handschlag abringen lassen. Die reiben sich schon die Hände. Geballte Inkompetenz, die unser Steuergeld kostet? Manno, Herr Schäfer. Wenn Sie das alles selbst aus eigener Tasche zahlen und finden das kein größeres Problem, dann können Sie meinetwegen sagen, das sei „eine ärgerliche Sache“.
Ich möchte endlich mal einen Verantwortlichen vorgeführt bekommen. Schafft es denn keiner in dieser Stadt, einen Schuldigen zu finden für das Desaster in diesem Bauchaos an der Stelle, wo wir Kölner unsere Oper vermuten. Oder interessiert das hier keine Sau?
Mich schon. Ich errichte jetzt eine Stuhlreihe in der Piazzetta des Rathauses. Dort spielen wir öffentlich „die Reise nach Jerusalem“. Dann werden wir doch mal sehen, wer als erster keinen Stuhl erwischt. Mitmachen dürfen: Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach, Baudezernent Franz-Josef Höing, die Leiterin der Gebäudewirtschaft Petra Rinneburger. Ex-Oberbürgermeister Jürgen Roters hat sich leider durch Abgang in die Pension dem lustigen Spiel entzogen, aber vielleicht stellt sich ersatzweise sein Sprecher. Klaus Schäfer hat durch seinen denkwürdigen Kommentar gerade eine Mitspieler-Lizenz erworben. Und wenn die Musik ausgeht und Sie finden keinen Platz, Herr Schäfer, dann können Sie meinetwegen sagen, Sie fänden das ärgerlich oder so…





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