„Danke Maren!“

„…oder so“ – die Kolumne von Maren Friedlaender

12.09.2015 Meldung FDP-Kreisverband Köln

Was mir wirklich an die Nieren geht, sind so Linke, die ihre Misswirtschaft mit meinen Steuergeldern finanzieren. Ein schlechtes Gewissen soll ich auch noch haben, denn nach Meinung von Honis Erben gebe ich natürlich zu wenig ab. Es ist immer zu wenig. Umverteilung bis es nur noch Arme gibt. Unbelehrbar. Als hätte es nie den wirtschaftlichen Zusammenbruch der kommunistischen Länder gegeben.

Ich gehöre keiner Randgruppe oder Minderheit an: Ich bin kein exzessiver Sanguiniker, kein Amok laufender Choleriker, kein lethargischer Im-Bett-liegen-Bleiber, bin auch kein Hartz-IV-Empfänger, nicht Migrant, nicht alleinerziehend und nicht gesetzesaversiv. Ich bin Frau, aber mit dem Problem zähle ich wohl eher nicht zu einer Randgruppe. Man kann sagen, dass ich dem Mittelstand angehöre.

Ich stehe seit 40 Jahren morgens auf, meistens, arbeite, zahle Steuern. Ich weiß, viel zu wenig, ist klar, Frau Wagenknecht. Wenn das Finanzamt eine Nachforderung stellt, löhne ich dafür 6 Prozent Zinsen, obwohl ich für eine 10-jährige Bundesanleihe nur 1,0 Prozent erhalte. Das finde ich nicht gerecht, aber ich zahle brav, vielleicht ein bisschen Zähne knirschend, doch das hört Herr Schäuble ja nicht.

Ich besitze kein heimliches Konto in der Schweiz wie Alice Schwarzer. Hat bei mir einfach nicht dafür gereicht, leider. Oder, besser so! Jetzt hätte Herr Borjans es ja schon aufgestöbert und ich wäre in Schwierigkeiten. Arbeitslosengeld habe ich im ganzen Leben nicht kassiert, kein Wohngeld, kein BAföG, keine Sozialhilfe. Meine Parktickets nehme ich entgegen, ohne Politessen anzupöbeln und zahle umgehend. 

Ich habe noch nie von diesem Staat eine Anerkennung bekommen, von keinem Politiker, links oder rechts. Das Bundesverdienstkreuz stecken sie sich lieber gegenseitig ans Revers. Ich warte auf ein Dankesschreiben. Die Regierung, die mir das schickt, die bekommt meine Stimme bei den nächsten Wahlen. 

Den Dankesbrief stelle ich mir etwa so vor:

„Liebe Frau Friedlaender,
nach vierzig Jahren, in denen Sie dieses Land unterstützt haben, möchten wir Ihnen im Namen von Frau Angela Merkel ganz herzlich danken. Auch wenn wir mit Ihrem Geld selten sorgsam umgingen, haben sie nicht kleinlich reagiert. Sie alimentierten uns weiter. Sie sind klaglos über Schlaglöcherstraßen gefahren, akzeptierten verspätete Bahnen und über gewisse Pannen, wie bei der Sanierung der Kölner Bühnen oder dem Zusammensturz des Stadtarchivs, sahen sie hinweg, auch über die verschobene Kölner OB-Wahl, für die wir Ihnen übrigens ca. 1 Mio. Euro Kosten in Rechnung stellen müssen. (Wir hatten da ein kleines Problem mit dem Wahlzettel.) Ihre Geduld mit uns Politikern verdient Anerkennung. Nochmals Dank und bleiben Sie uns weiterhin gewogen.
Hochachtungsvoll – Ihre deutsche Bundesregierung.“

So ein Schreiben fände ich schön. Oder Oberbürgermeister Roters klingelt mal als Angela Merkel verkleidet an meiner Tür und überbringt mir einen Strauß Rosen oder Vergissmeinnicht oder so...

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