Erste Gesprächsrunde „Köln und die Welt“
06.09.2011 Meldung Stadt Köln
Thema „Neue Machtverhältnisse im Maghreb, neue Beziehungen für Köln“ Am 11.07. fand im Rautenstrauch-Joest-Museum die erste öffentliche Gesprächsrunde von „Eine-Welt Stadt Köln“ statt. Das aktuelle Thema lautete „Neue Machtverhältnisse im Maghreb, neue Beziehungen für Köln“. Gäste auf dem Podium waren Dr. Werner Hoyer, Staatsminister im Auswärtigen Amt, Prof. Dr. Wafaa El-Saddik, ehemalige Direktorin des Ägyptischen Museums in Kairo, Dr. Helmut Blumbach, Leiter der Programmabteilung Süd des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), und Dr. Sarhan Dhouib, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie an der Universität Kassel und (im September 2011) Empfänger des Nachwuchspreises für Philosophie des Goethe-Instituts. Die Veranstaltung wurde von Babs Mück von Eine-Welt Stadt Köln moderiert. Die Themen des Abends bewegten sich von der Lebenssituation in den Staaten des arabischen Umbruchs über die persönliche Betroffenheit der Podiumsgäste und Teilnehmer bis hin zur umstrittenen Leopard-Panzer-Lieferung der Bundesrepublik an Saudi-Arabien. Die Zuhörer bekamen durch die Veranstaltung einen lebendigen Eindruck der Geschehnisse während des „arabischen Frühlings“. So erzählte Prof. El-Saddik von Tagen vor Ort, während derer keine Nahrungsmittel mehr im Hause waren und die Geschäfte geschlossen. Sie berichtete jedoch auch von der großen Hilfsbereitschaft der Menschen untereinander aber auch von Freunden in Deutschland wie zum Beispiel der Führung des Rautenstrauch-Joest Museums. Deutlich wurde durch das Gespräch auch, wie wenig die meisten Europäer über die Menschen im Maghreb wissen. Dr. Dhouib wies darauf hin, dass man in arabischen Schulen ganz selbstverständlich griechische und römische Philosophie lerne, dass auf den Lehrplänen in den meisten europäischen Schulen der Einfluss der Philosophie der arabischen Welt auf die europäische jedoch nicht vorgesehen sei. Dr. Hoyer brachte zum Ausdruck, dass die Bundesrepublik den Aufbau von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit mit finanziellen Mitteln und Expertise unterstützen wolle. So liege eine Anfrage aus Tunesien vor, dass Deutschland aufgrund der eigenen Vergangenheit den Tunesiern helfen möge, die Zeit des Unrechtsregimes aufzuarbeiten. Für die Stadt Köln berichtete der Leiter des Internationalen Büros, Frieder Wolf, dass die Partnerstadt Tunis Köln um Unterstützung beim Aufbau eines Abfallwirtschaftssystems gebeten habe. Dr. Blumbach erläuterte, dass der DAAD die Länder im Aufbruch durch die vermehrte Förderung von Hochschulen und Stipendiaten unterstützen werde, wies aber auch darauf hin, dass die dazu notwendige staatliche Unterstützung unbedingt langfristig angelegt sein müsse, um eine nachhaltige Entwicklung möglich zu machen.






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