Mehr Verantwortung für die Bezirke

Bezirksvertreter Karl-Heinz Daniel für fünf Jahrzehnte kommunalpolitisches Engagement geehrt

01.01.2020 Meldung Kölnische Rundschau

Karl-Heinz Daniel, Mitglied der Bezirksvertretung Rodenkirchen

1967 zog Karl-Heinz Daniel in den Kölner Süden und ist seither vor Ort politisch aktiv. 1997 wurde er als Bezirksvertreter, 2004 Fraktionschef der Rodenkirchener FDP, die ihn nun zum Ehrenvorsitzenden machte. Mit ihm sprach Sandra Milden:

Wie sind Sie 1957 zur Politik gekommen?

Eigentlich aus einer persönlichen Entscheidung, auch wenn mein Vater in der FDP war. Ich habe alle drei politischen Verhältnisse in Deutschland miterlebt, dsa braune Reich als Hitlerjunge. Dann habe ich die rote Diktatur erleben müssen, 1955 bin ich von Weimar in die Bundesrepublik umgesiedelt und kann aus dieser Erfahrung heraus nur sagen, dass man sich engagieren muss.

Was war 1967 das Thema, als Sie von Deutz nach Sürth zogen und ein Jahr später als stellvertretender Vorsitzender des FDP-Ortsverbandes die Arbeit aufnehmen?

Wir waren vor allem skeptisch aufgrund der Bebauung des Sürther Feldes. Der Geruch von der Shell und der Basell machte uns Sorge, was sich heute gebessert hat. Die bebauung ist damals, Ende der 1970er, Anfang der 1980er-Jahre, gegen den Willen des Bezirks mehrheitlich beschlossen worden. Wesentlicher Diskussionspunkt war da allerdings nicht das Thema Klima, was es heutzutage wäre. Es ging um die Frischluftschneise. Auch die Siedlung in Meschenich wurde zu dieser Zeit gebaut. Mit Segeln und Schwimmen wurde das Gebiet tatsächlich als Naherholung mit Freiluftangeboten angepriesen. Also das, was heute die Kiesgruben von Immendorf sind. Zu dieser Zeit schlummerte Rondorf noch vor sich hin und war genau wie Immendorf und Godorf ein eher landwirtschaftlicher Stadtteil. Godorf war damals schon durch die Shell in Mitleidenschaft gezogen. Da die Shell, damals noch ROW Rheinische Olefinwerke, der größte Arbeitgeber war, wurden Probleme nicht hochgespielt.

Woher kommt die Motivation für 50 Jahre Engagement?

Man wirft nicht gleich die Flinte ins Korn. Wenn man einmal an der Entwicklung beteiligt ist, wie 1969, als ich in den Gemeinderat gewählt worden bin, dann ist das Interesse geweckt, die Geschehnisse im Bezirk mit engagierten Kollegen, auch anderer Parteien, voranzutreiben.

Worum ging es Ihnen besonders?

Nachdem wir (Rodenkirchen, Anm. d. Redaktion) im Gegensatz zu Wesseling eingemeindet wurden, ging es auf jeden Fall darum, ein Stück Eigenständigkeit innerhalb der großen Stadt Köln zu erhalten. Das gelang natürlich nur zum Teil.

Woran liegt das?

Das hat meiner Meinung nach sehr viel mit dem anhaltenden Zuzug zutun. Es liegt aber auch an Rodenkirchen selbst. Die ältere Generation geht heute noch ins Dorf und fühlt sich in erster Linie als Rodenkirchener, erst dann als Kölner Diese Einstellung schwindet mit den nachfolgenden Generationen. Allerdings geht die Entwicklung mit den Menschen, die diese mitgetragen haben.

Haben Sie einen Wunsch?

Rodenkirchen soll den Stellenwert behalten, den er als Stadtbezirk mit allen Facetten hat. Dafür muss die Eigenständigkeit, die im Ansatz erstmalig unter Frau Reker passiert, vorangetrieben und ausgebaut werden. Das geht nur, indem mehr Verantwortung in die Bezirke gegeben. Der Umdenkungsprozess ist leider nicht abgeschlossen.

Haben Sie einen persönlichen Rat?

Für Engagement muss es nicht die Politik sein. Sportvereine, Kirche, Musik oder Kunst - es gibt sehr viele Möglichkeiten sich auf gesellschaftlichen Ebenen einzubringen, und es bringt dem Einzelnen das meiste. Denn die eigene Person wird durch das Zusammenwirken immer wieder in Frage gestellt.

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