Museum Selma nicht in Kalk, sondern am Neumarkt?
Deutsch: Entscheidung hinter verschlossenen Türen mit großen Risiken
19.03.2026 Meldung FDP/KSG-Fraktion im Rat der Stadt Köln

Die Kulturverwaltung hat die Öffentlichkeit überraschend darüber informiert, dass das geplante Museum für Einwanderungsgeschichte „Selma“ nicht wie vorgesehen in Kalk realisiert werden kann. Stattdessen soll es nun in die Sonderausstellungsflächen des Rautenstrauch-Joest-Museums am Neumarkt verlagert werden. Als Begründung werden massiv gestiegene Kosten für den ursprünglichen Standort genannt. Dazu erklärt Lorenz Deutsch, kulturpolitischer Sprecher der FDP/KSG-Fraktion:
„Offensichtlich hat sich dieses Problem über Monate aufgebaut, ohne dass rechtzeitig gegengesteuert wurde. Statt frühzeitig Alternativen zu prüfen, wird nun eine weitreichende Entscheidung über Nacht präsentiert. Das ist keine saubere Kulturpolitik, das ist ein Vorgehen hinter verschlossenen Türen.“
Inhaltlich sieht Deutsch sowohl Chancen als auch erhebliche Risiken: „Es ist bedauerlich, dass mit dieser Lösung wichtige Ausstellungsflächen für das RJM und auch für das Schnütgen-Museum verloren gehen könnten. Ebenso müssen Fragen nach der Nutzung weiterer Flächen geklärt werden. Auch konzeptionell bedeutet der Einzug des Themas Einwanderung in ein ethnologisch ausgerichtetes Haus eine Herausforderung."
Gleichzeitig erkennt die FDP/KSG auch Potenzial in der neuen Konstellation: „Wenn es klug gemacht wird, kann Selma dazu beitragen, das zuletzt schwach frequentierte Haus deutlich zu stärken. Der Neumarkt könnte mit Bibliothek, VHS und Museum tatsächlich zu einem echten kulturellen Bürgerzentrum werden. Aber dafür braucht es ein tragfähiges Konzept und keine Schnellschüsse“, so Deutsch.
„Diese Entscheidung darf nicht im kleinen Kreis getroffen werden. Die betroffenen Häuser, die Kulturpolitik und die Stadtgesellschaft müssen jetzt an einen Tisch. Es ist Aufgabe von Kulturdezernent Stefan Charles, diesen Prozess endlich sauber zu moderieren – und zwar offen, transparent und mit einem klaren Plan“, so Deutsch abschließend.






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