Köln baut mit Holz: Holzbau in der Stadt vorantreiben

Änderungsantrag der FDP-Fraktion

09.07.2019 Anträge FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

Beschluss:

1. Der Rat beauftragt die Verwaltung, bei Neubau und Erweiterung von Gebäuden der Stadt Köln, insbesondere an Kindergärten und Schulen, in verstärktem Maße Holzbaustoffe einzusetzen, bzw. diese in Holzbauweise zu errichten. Zu verarbeitende Holzbaustoffe müssen dabei grundsätzlich FSC oder ähnlich ökologisch hochwertig zertifiziert sein.

2. Die Gebäudewirtschaft wird beauftragt, bis zum Jahresende 2019 darzustellen, ob zumindest ein Projekt „Schulen in Holzbauweise“ zeitnah umgesetzt werden kann.

3. Die Verwaltung wird beauftragt in einem ersten Schritt die Konzeptvergabe eines Grundstücks mit der Vorgabe „Holzbauweise“ vorzubereiten.

4. Die städtischen Beteiligungsunternehmen sollen aufgefordert werden bei Neubauten und Erweiterungen von Gebäuden gleichfalls in verstärktem Maße Holzbaustoffe einzusetzen, bzw. diese in Holzbauweise zu errichten.

5. Die Zusammenarbeit und der Austausch mit regionalen Akteuren, wie die TH Köln, HWK, IHK und der Wohnungswirtschaft sind zu suchen.

Begründung:

In den letzten Jahren ist Holz als Baustoff neu entdeckt worden und gewinnt wieder an Bedeutung, da es sich um einen klimafreundlichen und nachwachsenden Rohstoff handelt. Während bei der Herstellung von Beton massive Mengen an Treibhausgas erzeugt werden, wird durch die Holzbauweise in den Gebäuden langfristig CO2 gebunden. Dies schont unsere begrenzten Energie- und Rohstoffreserven wie z.B. Sand. Die Zertifizierung des Holzes unterstützt eine nachhaltige und ökologische Waldwirtschaft. Insbesondere sollen dabei die erforderlichen Messwerte für die Freimessung eingehalten werden. Vor allem für Dachgeschossausbauten und Erweiterungen bietet sich die Holzbauweise an. Durch die Anpassung der gesetzlichen Regelungen, zum Beispiel der Landesbauordnung Nordrhein-Westfalen (BauO NRW), sind viele juristische Hürden genommen worden. Der Bau von mehrgeschossigen Stadthäusern ist deshalb heute andernorts schon an der Tagesordnung. Das höchste Holzhaus Europas befindet sich derzeit in London und ist mit neun Geschossen knapp 30 Meter hoch. Die Entwicklung bei Statik und Brandschutz von Holzbauten eröffnet heute ganz neue Möglichkeiten für das Bauen im urbanen Umfeld. Beim Bauen im Bestand hat Holz den Vorteil, dass durch Vorfertigung eine schnellere Bauzeit generiert und eine Beeinträchtigung für Anwohner stark begrenzt wird. Weiterhin ist durch das geringere Eigengewicht des Baustoffes Holz eine Realisierung von Aufstockungen leichter und wirtschaftlicher möglich.

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