Houben: FDP gehört im Bundestag in die Mitte

Die Liberalen wollen nicht mehr neben der AfD, sondern neben ihren künftigen Ampel-Partnern sitzen.

26.10.2021 Meldung FDP-Bundestagsfraktion

Vier Jahre lang hat die FDP schlechte Erfahrungen mit der AfD im Bundestag gemacht. Als unmittelbare Nachbarn der Rechtspopulisten bekamen sie deren Zwischenrufe immer mit, selbst wenn sie zu leise waren, um im Protokoll erfasst zu werden. "Was ich da in den vergangenen vier Jahren mit anhören musste, ist dieses Hauses nicht würdig", erzählte nun der Abgeordnete Reinhard Houben dem Kölner Stadt-Anzeiger. Unflätige Bemerkungen, Pöbeleien, abschätzige Kommentare, sexistische Sprache, all dies komme regelmäßig aus den Reihen der AfD-Abgeordneten. Vor allem Frauen würden mit primitiven, sexistischen Sprüchen bedacht.

Der Stadt-Anzeiger berichtet: "Als sich die FDP-Abgeordnete Marie Agnes Strack-Zimmermann einmal zu Wort meldete und eine Lederjacke trug, rief AfD-Mann Jürgen Braun 'Da fehlt nur noch die Peitsche' in den Saal. Strack-Zimmermann erwiderte gewohnt schlagfertig: 'Haben Sie Notstand zu Hause?' Jüngere Kolleginnen seien da mitunter weniger abgebrüht, so Reinhard Houben. Und vor allem die würden es abbekommen, besonders die mit Migrationshintergrund."

Noch entscheidender als die schlechten Erfahrungen ist aber für Reinhard Houben die grundsätzliche Feststellung: "Die FDP ist die Partei der Mitte, also gehört sie auch im Bundestag in die Mitte." Außerdem könne man dann neben den voraussichtlich neuen Koalitionspartnern sitzen. Die Sitzordnung wird nun ein Thema im Ältestenrat des Bundestages werden, der für solche Fragen zuständig ist. CDU und CSU haben schon erklärt, dass sie dem Platztausch mit der FDP nicht zustimmen werden. Offensichtlich will man auch in der Union nicht in die Nähe der Rechten gerückt werden. Am Ende muss der Bundestag eine Mehrheitsentscheidung treffen.

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Reinhard  Houben, MdB

Reinhard Houben, MdB

Vorsitzender des FDP-Bezirksverbands Köln

Mitglied des Bundestags

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