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19.12.2017

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

Heinrich Böll im Stadtbild sichtbar machen

Die Antragsteller bitten darum, folgenden Ratsantrag auf die Tagesordnung der Sitzung des Rates am 19.12.2017 aufzunehmen. Er wurde so beschlossen.

Beschluss:

Aus Anlass des 100. Geburtstag des Literaturnobelpreisträgers und Kölner Ehrenbürgers Heinrich Böll am 21.12. 2017 beschließt der Rat, Heinrich Böll in „seiner“ Stadt dauerhaft sichtbar zu machen und dazu in einem ersten Schritt folgende Maßnahme durchzuführen:

1. Der Rat beauftragt die Verwaltung mit der Entwicklung eines Konzepts, im öffentlichen Raum an Heinrich Böll zu erinnern und dabei die wichtigsten Orte seines Schaffens in der Stadt sowie die grundlegenden Themen seines Werks darzustellen. Dazu wird die Verwaltung aufgefordert, einen Wettbewerb, z.B. in Form eines Einladungswettbewerbs, durchzuführen und dazu den Kunstbeirat, Vertreterinnen und Vertreter der im Ausschuss Kunst und Kultur stimmberechtigten Ratsfraktionen, das Böll-Archiv und die Erbengemeinschaft Böll einzubeziehen.

2. Das Konzept einschließlich eines Umsetzungsvorschlags wird dem Rat zur Beschlussfassung vorgelegt.

Begründung:

Die Stadt Köln soll auf geeignete Weise Heinrich Böll, den Nobelpreisträger und Ehrenbürger der Stadt Köln, dauerhaft und sichtbar ehren und so ihn und sein Werk präsenter für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt sowie für die vielen Besucherinnen und Besucher dauerhaft darstellen.

Köln ist mit dem Leben und Werk Heinrich Bölls untrennbar verbunden. Er wurde 1917 in der Kölner Südstadt geboren und lebte bis kurz vor seinem Lebensende in dieser Stadt.
Für Böll gab es drei Köln. Die unzerstörte Stadt seiner Kindheit und Jugend vor dem Zweiten Weltkrieg, die durch Bombenangriffe zerstörte Stadt und die wiederaufgebaute Stadt nach 1945. Vor allem bildete die vor dem Krieg intakte Südstadt und das kriegszerstörte Köln Stoff für seine literarische Arbeit.

Die Themen Wohnen, Nachbarschaft und Heimat – wie er sie nicht zuletzt in seinen Frankfurter Poetik-Vorlesungen beschrieb - bildeten die Grundlage seines Schreibens. Im Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit stehen der Alltag und das Alltägliche in seinen konkreten Erscheinungsformen, wie er sie täglich vorfand. Dabei beklagte er vor allem, dass „das Leben als solches kaum als Wert erkannt wird, und damit auch nicht das gemeinsame Leben oder das Zusammenleben“.

Der in diesem Satz enthaltene Appell ist eine dauerhafte Aufforderung an die Stadtgesellschaft, das Zusammenleben aller Menschen in der Stadt in der gewachsenen und weiter wachsenden Vielfalt zu gestalten.

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